70 Tonnen Holz, 100 Tonnen Stahl – Adieu Manifesta-Floss

Das Floss prägte das Stadtbild am Seebecken während Monaten. Jetzt ist es weg. Der Abschied im Schnelldurchlauf.

Die schwimmende Holzplattform wird zur Zerlegung über den See nach Bäch transportiert. (Video: Lea Blum)

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Gestern hat das schwimmende Holzfloss beim Bellevue seine letzte Reise angetreten. Rund 15 Personen waren beim Transport des 170-Tonnen-Flosses, dem «Pavillon of Reflections», beteiligt. Am Morgen befreiten die Arbeiter das Floss mit einem Schneidbrenner von seinen Ketten und verschifften es über den Zürichsee nach Bäch SZ. «Ein riesiges Unterfangen», wie Thomas Engelbert, der Exhibition-Director der Kunstbiennale Manifesta, sagte.

Fast 120 Tage lang schwamm das Floss im Seebecken und war der Haupttreffpunkt der Manifesta-Ausstellung. «Das Projekt in weniger als einem Jahr aus dem Boden zu stampfen, erschien lange Zeit illusorisch», sagt Engelbert. Umso mehr freut es ihn, dass es trotzdem geklappt hat. Als Verantwortlicher für die Umsetzung der Manfiesta-Projekte hat er das Floss von Anfang bis Ende begleitet.

Engelbert hat bei den Zeichnungen mitgearbeitet, er hat Mittel aufzutreiben versucht und seine Ideen einfliessen lassen. «Wegen der Borkenkäferplage im letzten Jahr kamen wir leicht an Käferholz aus den Kantonswäldern ran», so Engelbert. Das Holz habe man zugesägt, die Elemente zusammengesetzt und das fertige Floss dann im Mai zum Bellevue transportiert.

«Der Pavillon war unser Herzstück», so Engelbert. Es sei ein Privileg gewesen, ein Projekt an so einer guten Lage verwirklichen zu dürfen. Der Abtransport stimmt ihn aber wenig wehmütig. «Solche zeitspezifischen Projekte kommen halt irgendwann zu einem Ende.»

«Etwas Aussergewöhnliches»

Das Floss habe ihm viel Arbeit und einige schlaflose Nächte bereitet, sagt Direktor Engelbert. Dennoch spricht er von einem «Traumprojekt». «Dass es tatsächlich geklappt hat, freut uns sehr. Dieses Werk zeigt, dass man in der Kunstwelt etwas bewegen und Aussergewöhnliches schaffen kann.»

Was mit den Überresten der Holzplattform passiert und wie der Transport vonstattenging, sehen Sie im Video oben.

Der Abtransport in 20 Sekunden.

Erstellt: 11.10.2016, 15:51 Uhr

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