856'656.50 Franken zum Abgang

Was passiert mit Nielsens Stimmen? Und wie viel Geld kassiert sie? Antworten zum Rückzug der Zürcher SP-Stadträtin.

Claudia Nielsen gab gestern vor Medienvertretern bekannt, dass sie nicht mehr für den Stadtrat kandidiere. (7. Februar 2018) Video: Tamedia

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Viele Stimmcouverts sind bei den Zürcher Wählern angekommen, und einzelne haben vielleicht bereits für die nicht mehr antretende SP-Stadträtin Claudia Nielsen gestimmt. Bei der Stadtkanzlei sind aber noch keine Couverts eingegangen, wie Sprecherin Christina Stücheli auf Anfrage sagt. Stimmen für Claudia Nielsen seien aber ebenso gültig, wie für alle anderen Zürcherinnen und Zürcher über 18 auch. «Es gibt kein amtliches Vorwahlverfahren, für das man sich registrieren muss und deshalb auch keine vorgedruckten Wahllisten», sagt Stücheli.

Die Nielsen-Stimmen würden die Anzahl für das absolute Mehr heraufsetzen. Würden Wähler, die nur SP-Kandidaten aufschreiben, mehr Linien leer lassen, liegt die Hürde der Anzahl Stimmen tiefer, die es für eine Wahl in den Stadtrat braucht. Theoretisch könnte Nielsen auch immer noch gewählt werden – sie würde die Wahl dann aber wohl nicht annehmen, weil sie sich gestern entschieden hat, nicht mehr anzutreten.


Die Analyse zu Claudia Nielsens Motiven: «Ein Versäumnis zu viel»

«Die Verbuchung von Honoraren im Stadtspital Triemli veranlasst Claudia Nielsen zum Rückzug. Doch dies allein wäre kein Grund, aufzugeben», schreibt Susanne Anderegg.


Aus finanzieller Sicht steht Nielsen nach ihrem achten Amtsjahr nun schlechter da, weil sie das Amt freiwillig abgibt. Wäre sie vom Stimmvolk abgewählt worden, hätte sie eine höhere Abgangsentschädigung erhalten.

Die städtische Verordnung über Abgangsleistungen für Behördenmitglieder unterscheidet bei Stadträten zwischen einem freiwilligen und einem unfreiwilligen Abtreten. Je nach Amtsjahr und Alter erhält eine Stadträtin eine unterschiedliche Abgangsentschädigung. Mit acht Amtsjahren und einem freiwilligen Rückzug erhält Nielsen brutto 856 656 Franken und 50 Rappen, was dreieinhalbmal ihrem Jahreslohn entspricht. Bei einer Abwahl durch das Volk hätte sie über eine Million Franken erhalten.


Der Kommentar zu Claudia Nielsens Rückzug: «Zum Vorteil der SP»

«Eine schmalere Stadtratstruppe könnte für die Partei einen positiven Effekt haben», schreibt Ressortleiter Hannes Nussbaumer.

Erstellt: 08.02.2018, 07:56 Uhr

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