900 neue Leuchten für den Hauptbahnhof

Über drei Jahre hinweg haben die SBB die Beleuchtung am HB ausgewechselt. Neu steht das historische Bauwerk im Fokus.

Streng aufgereiht: Die neuen Leuchten auf den Perrons. Foto: Urs Jaudas

Streng aufgereiht: Die neuen Leuchten auf den Perrons. Foto: Urs Jaudas

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Am Zürcher Hauptbahnhof hat sich etwas Entscheidendes geändert, die oberirdischen Hallen werden seit kurzem vollständig neu beleuchtet. Und doch haben wohl nur die wenigsten der halben Million Menschen, die den HB täglich durchqueren, die Umstellung bemerkt.

Die Diskretion ist gewollt. Das neue Beleuchtungskonzept arbeite auf einer unbewussten Ebene und spiele sich absichtlich nicht in den Vordergrund, sagte SBB-Projektleiter Roberto Compagnino an der gestrigen Pressevorführung. Er sei aber überzeugt, dass sich die Pendlerinnen wohlfühlten im neuen Licht.

Dieses ist das Resultat mehrjähriger Arbeit. In einem internationalen Wettbewerb suchten die SBB eine Ersatzbeleuchtung für ihren grössten Bahnhof. Die bisherigen Lampen aus den 90er-Jahren waren alt geworden und brauchten zu viel Strom. Das Winterthurer Lichtgestaltungsbüro Vogtpartner gewann die Ausschreibung. Drei Jahre hat die Umstellung gedauert. Die Feinabstimmung fand in digitalen Simulationen und mit Probeläufen statt. Gebaut wurde vor allem während der Nacht, um den Betrieb nicht zu stören.

60 Prozent weniger Energie

Die Arbeiten kosteten 6,4 Millionen Franken. Alle alten Lampen wurden ersetzt, über 900 neue Leuchten montiert, rund 600 davon auf den Perrons (wobei noch drei davon ausstehen). Dank LED-Technologie spart die neue Anlage 60 Prozent der bisher verbrauchten Energie ein.

Am stärksten nehme sich die Beleuchtung in der Querhalle ­zurück, sagte Compagnino. Dort bestehe ihre Aufgabe vor allem darin, die Orientierung der Zugpassagiere zu erleichtern, indem sie Schilder und Anzeigen in den Vordergrund rücke.

Ansonsten heben die neuen Lampen die Architektur des Hauptbahnhofs hervor, die Denkmalpflege hat die Ausgestaltung begleitet. Auf den Perrons sind die Lampen in einer Reihe angeordnet. «Damit betonen sie die Länge und die Struktur der Stahlkonstruktion», sagte Compagnino. In der grossen Halle bescheinen die neuen Leuchten die verzierten Wände des fast 150-jährigen Bauwerks. Die grossen Fensterbögen schimmern blau, über den Köpfen der Passagiere hängen historisch anmutende Laternen.

Die Helligkeit lässt sich neu regulieren, sie passt sich automatisch dem Tageslicht an, im Verlauf des Abends nimmt sie ab. Für Veranstaltungen in der Halle lässt sie sich aufdrehen. Fällt der Strom aus, sorgt ein Notfallbetrieb, dass der HB nicht ins Dunkel fällt.

Wer die Umstellung des Lichtregimes trotzdem bemerkt hat und den alten Lampen nachtrauert, bekommt die Möglichkeit, eine davon zu gewinnen. Die SBB verlosen zehn 400-Watt- sowie zehn 1000-Watt-Lampen. Wegen ihrer Ausmasse eignen sich diese wohl eher als unkonventioneller Stubentisch denn zur Zimmerbeleuchtung.

Erstellt: 25.10.2019, 22:44 Uhr

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