Ansturm auf rostige Schrauben

Hafenkran-Fans haben sich auf der Gemüsebrücke erste, rostige Souvenirs gesichert.

Der Kran lebt weiter: Im Container der Künstlergruppe «Zürich Transit Maritim» gibt es nebst anderen Souvenirs auch Schrauben und Muttern. Fotos: Noemi L. Landolt

Der Kran lebt weiter: Im Container der Künstlergruppe «Zürich Transit Maritim» gibt es nebst anderen Souvenirs auch Schrauben und Muttern. Fotos: Noemi L. Landolt

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Es ist kalt im kleinen Infocontainer der Künstlergruppe «Zürich Transit Maritim» auf der Gemüsebrücke beim Hafenkran. Trotzdem hat sich am Mittwochmittag eine kleine Gruppe Menschen dort versammelt. Alle mit dem gleichen Ziel: Sie möchten sich einen Teil des Hafenkrans als Souvenir sichern. «Mein Mann ist ein riesiger Fan des Krans. Und weil er heute arbeiten muss, bin ich für ihn hierhergekommen», erzählt eine Frau. Ein Mann sagt, er habe sich bereits einen Nachbau des Pollers gekauft und möchte jetzt noch eine Schraube vom Original als Erinnerung.

Immer wieder stecken Leute den Kopf in den Container. Sie möchten wissen, ob und wo es jetzt genau diese Schrauben gebe. Schliesslich habe das städtische Tiefbaudepartement dies gegenüber der Pendlerzeitung «20 Minuten» so gesagt. Viele Begeisterte fragen auch nach dem Haken. Aber den wird es nicht geben. Er geht ans Künstlerteam, genauso wie andere grössere Teile des temporären Kunstwerks. Was diese damit anstellen werden, ist noch unklar.

Endlich die Erlösung

Während im Hintergrund der Abbau des Krans im Gange ist, fehlt von den Schrauben weiterhin jede Spur. Dafür gesellen sich immer mehr Personen zu den bereits Wartenden. Langsam wird die Stimmung ungeduldiger.

Schliesslich erlöst Jan Morgenthaler vom Künstlerteam die Wartenden. Er bringt in einem Anhänger erst eine und später eine zweite Kiste voller Schrauben und Muttern zum Infocontainer. Eigentlich ein rostiger Haufen Eisen. Aber die Begeisterung ist gross. Sofort schart sich die Menge um die Plastikkiste, und jeder sichert sich sein Souvenir. Sie freue sich riesig, sagt eine Frau, die extra wegen der Schrauben vom Altersheim auf die Gemüsebrücke gekommen ist. Sie kramt ein Kärtchen aus der Handtasche. Darauf steht: «Je suis Hafechran».

Erstellt: 22.01.2015, 11:06 Uhr

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