Hintergrund

Auch Einbrecher haben einen Wunschzettel

Dämmerungseinbrecher machen auch über die Weihnachtsfeiertage keine Pause. Im Gegenteil: Vor und nach Weihnachten ist viel neuwertige Ware zu holen, die sich leicht wieder absetzen und zu Geld machen lässt.

Dürfen Langfinger spielen: Zwei angehende Polizisten versuchen anlässlich einer Polizeiaspiranten-Schulung, ein Fenster aufzubrechen. (Bild: 2012)

Dürfen Langfinger spielen: Zwei angehende Polizisten versuchen anlässlich einer Polizeiaspiranten-Schulung, ein Fenster aufzubrechen. (Bild: 2012) Bild: Martin Ruetschi/Keystone

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Peter W. aus Zürich war bei seinen Eltern, als die Familie durch einen heftigen Knall aufgeschreckt wurde. Ein grosser, schwerer Blumentopf war vom Balkon gefallen. Überall Tonscherben und Erde. Wenigstens war nicht der Verlust eines liebgewonnenen Gewächses zu beklagen, der Topf war unbepflanzt. In den Schrecken mischte sich ein ungutes Gefühl: «Nur ein Orkan hätte den Topf vom Balkon fegen können. Da muss jemand nachgeholfen haben.» Eine kurze Suche bringt keine weiteren Erkenntnisse. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Einbrecher versucht hatte, ins Haus einzusteigen. Gerade in der Weihnachtszeit wird es Einbrechern oft besonders einfach gemacht. Man ist unterwegs für Besuche und lässt so den Langfingern viel Zeit.

Die Gelegenheit für Einbrüche könnte nicht günstiger sein: Zu keiner anderen Zeit im Jahr gibt es so viel neuwertige Ware, die einfach und schnell zu Geld gemacht werden kann. Zuoberst auf dem Wunschzettel stehen laut Versicherungsstatistik immer noch Bargeld und Kreditkarten, gefolgt von iPads und anderen Tablets, aber auch Laptops, Schmuck, Uhren, Digitalkameras sowie die aktuellsten Spielkonsolen. Einbrecher machen keine Weihnachtsferien. Laut Stadtpolizei-Mediensprecher Michael Wirz nehmen Einbrüche in der Zeit der Festtage tendenziell eher zu.

Beliebt: Sitzplatz- oder Balkontüren

Vorsicht ist aber nicht nur in der Dämmerung, sondern zu jeder Tageszeit geboten. Laut Stadtpolizei sind Häuser oft ungenügend abgesichert. Knapp die Hälfte der Einbrecher steigt über Sitzplatz- oder Balkontüren ein. Zweithäufigste Angriffsstelle sind Fenster, gefolgt von Haustüre und Keller.

Auch Fahrzeuge werden aufgebrochen, um an begehrte Wertsachen zu gelangen. Mit mechanischen und elektronischen Massnahmen oder einer sinnvollen Kombination können Einbrüche weitgehend erschwert oder gar verhindert werden. Denn die kritische Phase eines Einbruchs ist die Zeit, in der der Langfinger versucht, einzudringen. Je schwerer dies einem Kriminellen gemacht wird, desto mehr Zeit benötigt er für das Eindringen, was wiederum die Chance erhöht, dass er entdeckt wird.

Erstellt: 24.12.2012, 15:04 Uhr

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Infobox

Das rät die Polizei:


  • Bitten Sie jemanden aus der Nachbarschaft, bei längerer Abwesenheit auf Ihre Wohnung aufzupassen und den Briefkasten zu leeren.

  • Schliessen Sie Ihre Haus- bzw. Wohnungstüre immer ab.

  • Schliessen Sie im Parterre und an leicht zugänglichen Stellen sämtliche Fenster, auch schräggestellte, wenn Sie die Wohnung verlassen.

  • Lassen Sie keine Ihnen unbekannte Personen in das Haus.

  • Sprechen Sie Ihnen fremde Personen im Treppenhaus an und fragen Sie nach, ob sie jemanden suchen.

  • Melden Sie Ihnen fremde und suspekt vorkommende Personen, die im Fahrzeug sitzen oder zu Fuss in Ihrer Strasse die Gebäude beobachten, an die Polizei-Notrufnummer 117.


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