Auf dem Pfingstweid-Areal tut sich bald was

Die erste Mitgliederversammlung des Vereins Kulturweid ist gleichzeitig der Startschuss für die Nachbarschaftsprojekte auf dem Pfingstweid-Areal in Zürich-West.

«An guten Ideen fehlt es nicht»: Vesna Tomse, die Aktuarin des neuen Vereins Kulturweid, auf dem Pfingstweid-Areal in Zürich-West. Foto: Dominique Meienberg

«An guten Ideen fehlt es nicht»: Vesna Tomse, die Aktuarin des neuen Vereins Kulturweid, auf dem Pfingstweid-Areal in Zürich-West. Foto: Dominique Meienberg

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In vier Jahren soll auf dem Pfingstweid-Areal im Kreis 5 ein Schulhaus gebaut werden. Bis die Bagger im Sommer 2017 auffahren, dürfen fünf- ­ bis sechstausend Quadratmeter des städtischen Geländes zwischengenutzt werden.

Um Ideen zu generieren, hat die Quartierkoordination der Kreise 4 und 5 im vergangenen Herbst erstmals die Bevölkerung zu einem Workshop eingeladen. Vier Monate später entstand daraus der Verein Kulturweid, der eine Plattform für die Zwischennutzung auf der Pfingstweid sein soll. «Wir planen, organisieren und koordinieren die Zwischennutzung», sagt Marco Engesser, der Präsident des neuen Vereins. Dieser sei auch eine Kontaktstelle für Organisationen, Behörden und Nachbarn.

Der Vereinsvorstand war in der Zwischenzeit nicht untätig und hat eine tragfähige Struktur für das Projekt geschaffen: eine Homepage, auf der sich neue Mitglieder anmelden können. Eine Mitgliedschaft ist auch die Voraussetzung, um Projekte für die Zwischennutzung eingeben zu können.

Abends wie ausgestorben

Zürich-West entwickelt sich schnell. Mit dem Westpark, dem Maag- und dem Toni-Areal sind neue Gebäudekomplexe gebaut worden. «Doch was der Bevölkerung fehlt, ist ein attraktives Quartierleben», sagt Marco Engesser, der selber im Kreis 5 wohnt. Der Vereinspräsident erwähnt dabei den Abschnitt zwischen Hardbrücke und Toni-Areal, der vor allem abends wie ausgestorben wirkt. Aber wie entsteht ein lebendiges Quartier? Engesser: «Vor allem aus den vielen verschiedenen Ideen der Quartierbewohnerinnen und -bewohner.» An guten Ideen fehle es zwar nicht, sagt Vesna Tomse, Aktuarin und Kommunikatorin des Vereins. Aber teilweise würden diese noch genauere Abklärungen nötig machen.

Sportliche Aktivitäten kann sie sich auf dem Areal gut vorstellen. Der Vereinsvorstand denkt dabei an ein Beachvolley- oder ein Basketballfeld. Minigolf und Tischtennis seien weitere Stichwörter, auch die Anfrage für einen Flohmärt ist bereits eingetroffen. Die Rede ist aber auch von Open Airs, Urban Gardening, Koch- und Filmabenden sowie Kunstvernissagen.

Zu aufwendig dürfen die Ideen aber nicht sein. Da die Zwischennutzung auf zwei Jahre begrenzt ist, müssen die einzelnen Projekte möglichst einfach umsetzbar sein. «Die Kulturweid ist ein Ort zum gemeinsamen Träumen und um Träume wahr werden zu lassen», so die Initianten. Tomse hofft auch auf Synergien aus der Nachbarschaft, allen voran von Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste auf dem Toni-Areal.

Kein Verein ohne Kasse. Ein entsprechendes Konto haben die Macher inzwischen angelegt, doch «leider ist es noch nicht so prall gefüllt, wie wir das gerne hätten», bedauert Engesser. Dafür hat das Bauunternehmen Losinger Marazzi, welches das Areal bis anhin als Bauplatz gebraucht hatte, dem neuen Verein ­unter anderem einen Baucontainer überlassen, der nun als Vereinslokal ­dienen soll.

Und wer darf nun seine Ideen einbringen? Vorstandsmitglied Vesna Tomse: «Eigentlich alle, es gelten nur drei Bestimmungen: Das Projekt muss unkommerziell sein, mit Zürich-West und seinen Bewohnerinnen und -bewohnern etwas zu tun haben und eine tragfähige Struktur aufweisen.» Engesser nennt als Beispiel das Gärtnern: Es gehe nicht mehr lange, bis die Pflanzsaison startet. Deshalb hat er Dutzende von Rahmen für Hochgärten organisiert. Man freue sich auf passionierte Stadtgärtner, die ihre Träume auf dem Areal des Vereins Kulturweid verwirklichen wollen. Ein Landschaftsarchitekt und eine Fachperson von Grün Stadt Zürich haben zugesagt, das erste Pflanzjahr mit Workshops zu begleiten. Damit von Beginn an alles gut gedeiht.

Mitgliederversammlung, 29. März, 14 Uhr. Vereins-Container, Pfingstweid-Areal. Suppe ab 17 Uhr. www.kulturweid.ch. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.03.2015, 21:04 Uhr

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