Aus für die Züriwerk-Kuriere im Letzipark

Der Hauslieferservice per Velo hat den geforderten Umsatz nicht erreicht. Deshalb bricht die Mietervereinigung Letzipark die Zusammenarbeit ab. Die soziale Stiftung muss ihre kurzfristigen Expansionspläne begraben.

Rückzug auf den Standort Sihlcity: Mit ihren Elektrobikes liefern die Züriwerk-Kuriere künftig nur noch vom Einkaufszentrum Sihlcity aus.

Rückzug auf den Standort Sihlcity: Mit ihren Elektrobikes liefern die Züriwerk-Kuriere künftig nur noch vom Einkaufszentrum Sihlcity aus. Bild: Nicola Pitaro

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Der Kurierdienst von Züriwerk verliert seinen zweitgrössten Standort, jenen im Einkaufszentrum Letzipark. Bis vor wenigen Tagen konnten sich die Kunden dort die Einkäufe bequem nach Hause bringen lassen. Für 8 Franken lieferten die Fahrer die Ware mit Elektrovelos aus und verdienten sich damit einen Teil ihres Sozialhilfegeldes. Doch damit ist jetzt Schluss, die Mietervereinigung Letzipark hat die Zusammenarbeit gekündigt.

Die Nachfrage im Letzipark sei zu lange unter den Erwartungen geblieben. Die minimal 300 Fahrten im Monat, welche die Mietervereinigung für das Weiterführen des Projekts festlegt habe, habe das Team zum Ende des Probejahres «knapp nicht erreicht», sagt Adrian Boppart, Bereichsleiter Teillohn bei der gemeinnützigen Stiftung, die Menschen eine Stelle verschafft, die mittelfristig keine Stelle auf dem regulären Arbeitsmarkt finden.

Mitarbeiter sollen in Sihlcity beschäftigt werden

Tatsächlich seien die Kuriere im Letzipark «oft ohne Arbeit rumgehockt», sagt ein regelmässiger Kunde. «Ganz anders als in Sihlcity, wo es das Angebot auch gibt.» Ausgerechnet diesen Frühling sei die Nachfrage jedoch auch am neuen Standort steil nach oben geschossen, sagt Bereichsleiter Boppart: auf 250 Fahrten pro Monat. «Dass die Mietervereinigung nun die Reissleine zieht, tut uns sehr weh.»

Ohne einen Pauschalbeitrag und den Standplatz in der Haupthalle, die der Grossverteiler zur Verfügung gestellt habe, sei die Sache nicht rentabel zu betreiben, sagt Boppart. Die drei bis vier betroffenen Fahrer und den Disponenten versucht er nun in Sihlcity einzusetzen, wo die Nachfrage nach wie vor gross sei.

«Ein Bedürfnis für diesen Stadtteil»

Der Züriwerk-Lieferservice startete 2007 im Einkaufszentrum bei der Brunau und erfreut sich seither grosser Beliebtheit. Am Standort Letzipark wollte das soziale Unternehmen nicht nur vergrössern, sondern mit diesem zweiten Standbein in Zürich auch Wegstrecke einsparen. Nun muss der Lieferservice wieder die ganze Stadt von der Brunau her beliefern. «Der Standort Letzipark hat uns entlastet», sagt Boppart. Er glaubt nach wie vor, dass das Angebot in diesem Stadtteil ein Bedürfnis sei.

Viele ältere Personen haben bei Boppart schon ihr Bedauern geäussert. Aber nicht nur Senioren, auch viele junge ÖV-Nutzer, Velo- und Töfffahrer liessen sich ihre Grosseinkäufe von Bopparts Kurieren nach Hause liefern.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.06.2013, 16:43 Uhr

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