Banken und Tourismus sollen sich am Seetunnel beteiligen

Ein Tunnel rund ums Zürcher Seebecken: Bruno Kammerer löste mit seiner Initiative kontroverse Reaktionen aus. Nun nimmt er Stellung zu den Kommentaren auf Tagesanzeiger.ch.

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Bruno Kammerer, 81 Prozent unserer Leser befürworten einen Seetunnel. Sie propagieren aber ein Tunnelsystem, das rund ums Seebecken führt. Rechnen Sie mit ähnlich grossem Zuspruch für diese Idee?
Bruno Kammerer: Meine Idee ist besser als ein kleiner Seetunnel. Dieser entlastet das Seeufer nicht, mein Projekt bringt den gesamten Durchgangsverkehr auf eine unterirdische Ebene. Davon profitieren alle, nicht nur ein paar Autofahrer.

Für einige Leser ist der Seetunnel eine halbherzige Detaillösung, sie fordern grossangelegte Verkehrs- und Städtebaukonzepte für die ganze Stadt. Ist ihre Vision in einem zu kleinen Rahmen gedacht?
Mein Hauptanliegen ist es, dass Zürich wieder eine richtige Stadtplanung erhält. Zur Zeit beschäftigen sich nur einzelne Personen damit. Wenn mein Projekt kommt, dann braucht es wieder eine richtige Abteilung, die solche Fragen thematisiert. Insofern beschäftigt sich mein Projekt mit der ganzen Stadt. Aber auch isoliert gesehen wirkt sich die Initiative auf die gesamte Innenstadt aus. Dieser Rahmen ist nicht zu klein.

Viele wollen wissen, warum eine solche Massnahme nicht schon längst getroffen wurde?
Das liegt am eigenartigen Verhältnis zwischen Stadt- und Regierungsrat. Wenn immer ich städtebauliche Fragen thematisiert habe, kam die gleiche Reaktion von der Stadt: ‹Das ist eine kantonale Strasse, da können wir nichts machen.› Die Stadt hat resigniert. Dabei ist so vieles möglich, wenn man mit Offenheit, einer kommunikativen Grundhaltung und etwas Verhandlungsgeschick politisiert.

Es gibt auch kritische Stimmen, die befürchten, dass durch die Tunnels nur neuer Verkehr entsteht. Als SP-Mann müssten Sie dem eigentlich zustimmen.
Es ist richtig dass neue Strassen keine Verkehrsprobleme lösen. Aber manchmal ist es sinnvoll, dem Verkehr etwas mehr Fläche einzuräumen, wenn man dafür eine riesige Fläche dazugewinnt, die man neu gestalten kann.

Die Einhausung Schwamendingen ist weniger als einen Kilometer lang und kostet über 200 Millionen. Ihre Idee sieht einen Tunnel von knapp drei Kilometern Länge vor. Einige Leser schlagen für die Finanzierung des Projekts ein Roadpricing oder eine Maut vor. Was halten Sie davon?
Das ist etwas naiv. Roadpricing ist eine Notstandsmassnahme, keine Finanzierungsstrategie. An meinem Projekt würden sich Stadt, Bund und Kanton beteiligen. Ich stelle mir aber vor, dass sich auch jene an den Kosten beteiligen, die daran verdienen würden. Etwa die Banken oder der Tourismus. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.09.2008, 15:39 Uhr

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