Baustopp wegen frierender Arbeiter

Angesichts der frostigen Temperaturen hat die Gewerkschaft Unia die Aussenarbeiten auf zwei Grossbaustellen in Zürich zum Erliegen gebracht. Sie fürchte um die Gesundheit der Arbeiter.

Auf dieser Baustelle geht nichts mehr: Kräne über dem Zollfreilager, bevor der Schnee kam. Bild: Urs Jaudas

Auf dieser Baustelle geht nichts mehr: Kräne über dem Zollfreilager, bevor der Schnee kam. Bild: Urs Jaudas

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Gemäss einer Mitteilung der Gewerkschaft Unia sind seit heute Donnerstag zwei Baustellen in Zürich blockiert: jene im Zollfreilager, die momentan grösste der Stadt, und jene für den neuen Swiss-Re-Hauptsitz. Die Gesundheit der Bauarbeiter sei bei den gegenwärtigen Temperaturen gefährdet, sie dürfe nicht dem Profitdenken untergeordnet werden.

Die Unia hat nach eigenen Angaben bereits Anfragen von diversen anderen Baustellen im Grossraum Zürich erhalten. Falls auch dort eine Gefährdung der Arbeiter vorliege, werde man diese ebenfalls schliessen.

Momentan herrschen Minustemperaturen von -1 bis -2 Grad Celsius. Das fast noch grössere Problem als die Kälte ist aber die Rutschgefahr durch Eis und Schnee, wie Unia-Sprecher Lorenz Keller auf Anfrage sagt. Trotzdem würden die Arbeiten auch an solchen Tagen vorangetrieben. «Auch wenn die Leute zuerst mal Schnee schaufeln müssen, um überhaupt arbeiten zu können», sagte Keller. Jeden Winter zeige sich das gleiche rücksichtslose Verhalten der Baumeister, kritisiert die Gewerkschaft.

Schlechtwetterregelung gefordert

Wird eine Baustelle geschlossen, werden die Arbeiter entweder für Arbeiten im Innenausbau und im Untertagbau eingeteilt oder nach Hause geschickt. Sofern die Firma den Arbeitsausfall nicht der Schlechtwetterversicherung der Arbeitslosenversicherung anmeldet, werden die ausgefallenen Stunden meist nicht bezahlt. Die Arbeiter müssen dann also Überstunden abbauen.

Falls die Schlechtwetterversicherung den Ausfall bezahlt, müssen die Bauarbeiter einen Lohnabzug von 20 Prozent hinnehmen. Gemäss Keller wollen Baumeister die Anmeldung bei der Schlechtwetterversicherung aber oft verhindern, weil diese einen grossen Aufwand darstellt. Die Unia fordert im Gesamtarbeitsvertrag des Baugewerbes «endlich eine griffige Schlechtwetterregelung, welche die Arbeiter schützt.» (hub/sda)

Erstellt: 05.02.2015, 13:52 Uhr

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