Bei einem Sieg gibts eine Freinacht, aber nur drinnen

Qualifiziert sich die Schweizer Nati heute Abend für das Achtelfinale, gibts viel Arbeit für Polizei, Beizer und Bierbrauer – aber weniger für die Sanität.

Taumel in Rot-Weiss: Wenn die Schweizer Nati die Achtelfinal-Qualifikation schafft, strömen Tausende auf die Strassen.

Taumel in Rot-Weiss: Wenn die Schweizer Nati die Achtelfinal-Qualifikation schafft, strömen Tausende auf die Strassen. Bild: Keystone

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Gegen Honduras muss ein Sieg mit zwei Toren Vorsprung her, damit die Schweizer Nati den Einzug in die Runde der besten Sechzehn auf sicher hat. Im Falle eines Erfolgs darf gefeiert werden. Polizeivorsteher Daniel Leupi hat den Gastrobetrieben in der Stadt Zürich eine Freinacht gewährt. Allfälliger Lärm hat aber innerhalb der Beizenwände anzufallen: Für Gartenrestaurants und Boulevard-Cafés gelten die normalen Öffnungszeiten, teilte das Polizeidepartement mit.

Damit gelten in Zürich bei dieser WM liberalere Ausschankregeln als noch vor vier Jahren. Die damalige Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP) verzichtete 2006 auf eine Freinacht, obwohl sich die Schweizer Nati für das Achtelfinal qualifizierte.

Polizei übt sich in Zurückhaltung

Bereits der Sieg über Spanien lockte Tausende auf die Strassen. Vereinzelt kam es zu Sachbeschädigungen. Die Polizei werde «im Rahmen der personellen Möglichkeiten und der Verhältnismässigkeit» versuchen, Nachtruhestörungen zu verhindern, erklärt Marco Cortesi von der Zürcher Stadtpolizei. Ansonsten aber werde die Polizei sehr zurückhaltend reagieren. Bei Straftaten wie Schlägereien, Sachbeschädigungen oder Gefährdungen im Strassenverkehr wie zum Beispiel Mitfahren auf dem Dach, werde die Polizei aber einschreiten, so der Medienchef der Stadtpolizei.

Bereits stehen die Absperrgitter im Langstrassenquartier bereit. «Sollte sich ein Schweizer Sieg abzeichnen, würden wir die Strassenzüge relativ früh absperren, um Konfliktsituationen zu verhindern», kündigt Cortesi an. Hupende Autocorsos können damit jedoch kaum unterbunden werden.

Mehr Bierkonsum nach Sieg

Über einen Sieg freuen würden sich nicht nur die Fans, sondern auch die Brauereien. Wenn die Schweiz gewinne, werde mehr getrunken, erklärt Adrien Weber, der Chef von Turbinenbräu. «Vor allem, weil es dann noch ein Spiel mit Schweizer Beteiligung gibt.»

Einen grösseren Einfluss auf den Geschäftsgang als die WM-Resultate hat aber das Wetter. «Wenn es während vier Wochen WM vier Wochen sonnig ist, so wäre das für die Bierreserven der Super-GAU», so Weber. Bei der WM 1998 sei bei Turbinenbräu das Bier ausgegangen. Jetzt passiere das aber nicht mehr, so der Brauereigründer. «Wir haben eigens auf diesen Sommer die Kapazitäten erhöht.»

Mehr Unfälle bei Schweizer Spielen

Mehrarbeit erhalten auch die Sanitäter: Laut einer Statistik der Suva, die Zahlen von der Fussball-WM 2006 und der EM 2008 ausgewertet hat, verunfallen bei Spielen der Schweizer besonders viele Personen. Aus gesundheitlicher Sicht ist ein Sieg wünschenswert: Bei einem Sieg nimmt die Zahl der Unfallmeldungen um 30, bei einer Niederlage gar um 50 Prozent zu.

Die Unfallopfer, mehrheitlich Männer, verunfallen vor allem im Verkehr oder im Ausgang. Dabei handle es sich meist um Missgeschicke wie Stolpern oder Schnittwunden, wie Suva-Sprecherin Helene Fleischlin auf Anfrage von «20min.ch» erklärte.

Tagesanzeiger.ch begleitet das Spiel live aus Bloemfontein und aktuell aus den Beizen von Zürich. Ob Frust oder Freude, senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.06.2010, 16:40 Uhr

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