Bezirksgericht Zürich bestraft Demo-Gaffer

Das Bezirksgericht Zürich hat einen 36-jährigen Mann der Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie der Hinderung einer Amtshandlung schuldig gesprochen – er schaute der 1.-Mai-Nachdemo zu.

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Der Angeklagte hatte bei der illegalen Nachdemo vom 1. Mai 2007 zusammen mit einem Kollegen vor dessen Galerie an der Verzweigung Langstrasse/Brauerstrasse im Kreis 4 Posten bezogen und die Strassenschlacht beobachtet. Ein Polizist, der mit einem Trupp von rund 15 Uniformierter daherkam, forderte die beiden auf, sich bis auf einen Mindestabstand von 50 Metern zu entfernen.

«Alles ein Missverständis»

Laut Staatsanwalt weigerte sich der Angeklagte wegzugehen und stiess den Polizisten weg. Mehrere Beamte überwältigten daraufhin den widerspenstigen Gaffer und stürmten darauf die Galerie des zweiten Zuschauers. Beide wurden verhaftet und die Staatsanwaltschaft leitete eine Strafuntersuchung ein.

Vor Gericht beteuerte der Angeklagte im September seine Unschuld. Er und sein Kollege hätten bloss die Galerie schützen wollen. Als er dem Polizisten dies habe erklären wollen, sei dieser plötzlich über ihn hergefallen. Der Verteidiger erklärte, alles sei ein fatales Missverständnis, und plädierte auf Freispruch.

Geldstrafe und Gerichtsgebühr aufgebrummt

Das Gericht folgte gemäss dem heute Montag veröffentlichten Urteil jedoch der Anklage. Der Beschuldigte habe die Polizei grundlos bei ihrem Ordnungseinsatz behindert. Er hätte ohne Diskussionen die Anweisungen des Polizeibeamten befolgen sollen. Zudem habe sich der Angeklagte aggressiv und renitent verhalten.

Der Einzelrichter verurteilte den 36-Jährigen antragsgemäss zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 70 Franken. Aufgrund von mehreren Vorstrafen muss der Zürcher den Betrag samt Gerichtsgebühr von weiteren 2000 Franken bezahlen.

(fsc/sda)

Erstellt: 10.11.2008, 12:51 Uhr

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