Bööggbauer Wahrenberger: Sein Geheimnis, sein Schock, sein Ende

50-mal den durchgeknallten weissen Mann gebaut: Heinz Wahrenberger zeigt sein Fotoalbum, erinnert sich an den Zwischenfall vor London und sagt, was beim letzten Streich speziell ist.

Jetzt reichts: Heinz Wahrenberger hört nach dem 50. Mal als Bööggbauer auf. (Video: Lea Blum)

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Der Böögg wird jedes Mal schwerer, sagt Heinz Wahrenberger beim Besuch von Tagesanzeiger.ch/Newsnet in seiner Werkstatt. Nicht, dass der weisse Mann immer grösser oder sein Inhalt immer fülliger wird – nein, weil sein Erbauer älter wird, fühlt sich das Untier schwerer an. Aber jetzt ist ja Schluss, der fünfzigste Böögg ist sein letzter. Davon spricht er zwar schon seit Jahren, nun lüftet er aber auch sein Geheimnis, warum er noch ein paar Jahre drangehängt hat. Wenn er bis zum Jubiläum durchhalte, versprach ihm die Zunft zum Widder eine Einladung. Und das will bei diesen geschlossenen Gesellschaften etwas heissen.

Wahrenberger zückt sein Album mit Fotos und Zeitungsartikeln. Welcher Böögg denn speziell gewesen sei, wollen wir wissen. Der Handwerker erklärt, dass es die Zünfte nicht gerne hätten, wenn man zu viel verändere. Aber kleinere Anpassungen hat er immer wieder vorgenommen. Einmal, beim Besuch der Basler am Sechseläuten, sei der Böögg umgefallen. Im Jahr darauf habe er dann einen Sturzhelm montiert. Das habe er in Eigenregie gemacht.

Brennender Kopf rollt ins Publikum

Ein anderer Fall fügte ihm regelrecht einen Schock zu. Als er es einmal besonders gut habe machen wollen, übertrieb er es wohl ein bisschen mit der Sprengkraft. Den Kopf des in Flammen stehenden Bööggs habe es dann «abgelupft» und der sei brennend ins Publikum gerollt. Glücklicherweise sei nichts passiert. Und dann war da noch die Episode mit London. 2003 war der Böögg an der Themse zu Besuch. Den fertigen Wattemann durfte er allerdings nicht mitnehmen, weil die Böller schon darin verbaut waren. Kurzerhand liess er seinen Reserveböögg verschicken und baute die Knaller nachträglich in London ein.

Nun, 2015, ist aber Schluss. Beim letzten Böögg konnte er es nicht lassen: «Etwas Kleines habe ich geändert. Ich habe per Zufall vier grosse Böller gefunden, die ich einbaute. Es klöpft dann vielleicht ein paar Mal etwas lauter.»

Der «Lehrling» übernimmt

Wahrenberger übergibt das Sechseläuten-Handwerk seinem «Lehrling». Der baut schon seit sieben Jahren mit, muss ab nächstem Jahr aber die Verantwortung übernehmen. (cpm)

Erstellt: 13.04.2015, 15:59 Uhr

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