Das Eis wird dünn für Schlittschuhläufer

Während zweier Jahre fallen die beiden Kunsteisbahnen und das Freibad Heuried aus. Wo Spasssportler in dieser Zeit ihre Pirouetten drehen können, ist streng reglementiert.

Spass auf dem Eis: Eine Schulklasse übt sich im Schlittschuhlaufen auf der Kunsteisbahn Heuried.

Spass auf dem Eis: Eine Schulklasse übt sich im Schlittschuhlaufen auf der Kunsteisbahn Heuried.

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Am nächsten Samstag beginnt die letzte Saison auf der alten Kunsteisbahn Heuried im Kreis 3. Wenn sie am 8. März 2015 endet, starten die Bauarbeiten für die neue Anlage, so viel steht seit der gestrigen Annahme des 81-Millionen-Kredits für den Neubau fest. Die Eisfelder bleiben bis zur Eröffnung der neuen Eishalle in der Saison 2017/18 geschlossen. Das Freibad wird sogar erst im darauffolgenden Frühjahr wieder geöffnet.

Damit müssen die Eissportler während zweier Jahre auf zwei Kunsteisbahnen verzichten. Für den Vereinssport hat das Sportamt der Stadt Zürich eine Alternative gefunden. «In den kommenden beiden Saisons werden die Eissportvereine von Heuried in Oerlikon trainieren und Meisterschaftsspiele austragen», sagt der zuständige Bereichsleiter Robert Locher auf Anfrage.

Einladung an die Schulen

Die Eishalle in Oerlikon ist schon jetzt nur dem Vereinssport vorbehalten. Das Aussenfeld stand teilweise auch für den öffentlichen Eislauf zur Verfügung. Das ist während der Bauzeit im Heuried nicht mehr der Fall.

Trotzdem sollen auch Anfänger in den Eislaufgenuss kommen, denn Locher will mit einem «dynamischen Belegungsmanagement» eine 100-prozentige Auslastung erreichen. «Von Montag bis Freitag gibt es jeweils am Morgen noch freie Stunden. Diese werde ich nutzen, um Schulklassen direkt für einen Eislaufmorgen einzuladen.»

Ein Eisfeld fürs öffentliche Eislaufen

Wer während der Umbauzeit im Heuried bloss zum Spass ein wenig Schlittschuhlaufen will, muss hoch zum Dolder. Der öffentliche Eislauf wird laut Locher in diesen beiden Jahren nur noch dort angeboten. Die Dolder-Kunsteisbahn gehört der Stadt Zürich und wird von der Dolder Kunsteisbahn AG betrieben. Drei Eisfelder mit insgesamt 6000 Quadratmetern Fläche stehen zur Verfügung: Ein Eisfeld ist für die Hockey-Spieler, eines für den Kunsteislauf und eines für den öffentlichen Eislauf reserviert.

Ein weiteres Kunsteisfeld an einem provisorischen Standort zu errichten, ist gemäss Locher bisher nicht geplant – jedenfalls nicht auf dem Fussballfeld Heuried, weil der neu eingebaute Kunstrasen ganzjährig für den Fussball genutzt werde. Der Bau eines Kunsteis-Provisoriums sei ohnehin mit hohen Kosten verbunden, und es wären zusätzliche Infrastrukturen wie Umkleidekabinen oder sanitäre Einrichtungen für den Eissportbetrieb nötig. «Für den Eissport wird eine Eisfläche von 1800 Quadratmetern benötigt», erklärt Locher. «Um eine solche Normeisfläche zu kühlen, braucht es mehr als eine Steckdose. Der Stromkonsum ist enorm.»

Mini-Eisfeld im Quartier?

Angedacht ist jedoch der Aufbau von synthetischen Gleitflächen aus Polyethylen. «Diese Kunststoffeisflächen müssen nicht gekühlt werden. Deshalb lassen sie sich auch relativ unkompliziert auf Zeit einrichten», so Locher. Das Sihlhölzli oder das Albisgüetli seien gute Optionen für einen solchen Kunsteisstandort.

Idee des Sportamts ist es, dieses Kunsteisfeld einmal pro Jahr an verschiedenen Standorten in Zürich aufzubauen. Für einen viermonatigen Betrieb belaufen sich die reinen Mietkosten auf rund 50'000 Franken. Neben der Eisfläche würde ein einfacher Kiosk oder ein Getränkeausschank eingerichtet werden. Der Eintritt wäre gratis.

Das Ganze dürfe aber nicht als Eins-zu-eins-Ersatz für richtiges Eis verstanden werden, betont Locher. Im Spitzen- wie auch im Breitensport seien synthetische Gleitflächen noch nicht zugelassen. Fürs Schlittschuhlaufen ohne Profiansprüche sei es aber eine Option. «Das Fahren auf dem Kunsteis ist zwar etwas anstrengender, dafür ist es auch nicht so kalt, wenn man mal hinfällt.»

Vorerst können kleine und grosse Eisfans aber noch auf der Eissportanlage Heuried ihre Runden drehen. Die Eisbahn ist täglich geöffnet, die Öffnungszeiten variieren jedoch von Tag zu Tag. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.09.2014, 14:51 Uhr

Was auf anderen Eisfeldern läuft

Am Samstag beginnt auch in Winterthur die Eislauf-Saison: Von der Eissportanlage Deutweg stehen ab dem 4. Oktober die Halle und eines der Aussenfelder zur Verfügung. Am Eröffnungstag erhalten alle bis und mit 20-Jährigen freien Eintritt. In den Genuss dieses Gratiseintrittes kommen sie wegen des 20-Jahr-Jubiläums des Winterthurer Sportpasses.

Die Kunsteisbahn Dolder öffnet ihre Tore in diesem Jahr erst am 1. November. Grund für die Verzögerung sind dringend nötige Reparaturen an den Kälteleitungen. (sda)

Was machen die Badegäste?

Während der Platz für die Eissportler beschränkt ist, werde es aus Sicht des Sportamts in der Sommersaison keine Probleme geben. Obwohl das Freibad Heuried an sonnigen Tagen durchschnittlich von 1200 Personen, an Spitzentagen sogar von bis zu 3000 Badegästen frequentiert wurde, gäbe es gemäss Bereichsleiter Robert Locher in den vielen Fluss-, See-, Hallen- oder Freibädern der Stadt genügend Ausweichmöglichkeiten für sie. «Die meisten werden vermutlich ins Freibad Letzigrund ausweichen. Auch das Seebad Mythenquai ist vom Friesenberg aus über die Allmend mit dem Velo fast gefahrfrei zu erreichen.» (tif)

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