Das Fifa-Museum verzögert sich

Der Weltfussballverband hat entschieden, die Wallfahrtsstätte für Fans am Bahnhof Enge im Frühling 2016 zu eröffnen – ein Jahr später als geplant. Einen bissigen Kommentar dazu gibts von der Stadt Zürich.

Beim Umbau des Hauses zur Enge am Tessinerplatz, wo das Fifa-Museum einzieht, hat die Stadt einiges mitzureden.

Beim Umbau des Hauses zur Enge am Tessinerplatz, wo das Fifa-Museum einzieht, hat die Stadt einiges mitzureden.

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Die Bauauflagen der Stadt vom November 2013 für das Fifa-Museum sind erfüllt, die Baufreigabe erteilt. Doch den auf Frühling 2015 geplanten Eröffnungstermin kann die Fifa nicht einhalten. Nach einer Neubewertung des Zeitplans habe man den Termin um ein Jahr auf Anfang 2016 verschoben, sagt Martin Schlatter. Er ist seit Mitte April Chef der Fifa Museums AG.

Während seine Vorgänger im Januar noch an eine Eröffnung im Januar 2015 glaubten, äussert sich Schlatter auch was den neuen Termin betrifft vorsichtig: «Trotz der Verschiebung ist der Zeitplan ambitiös, um unser Ziel zu erreichen, eine einzigartige Fussballerlebniswelt zu schaffen», sagt er. Der 48-jährige Schaffhauser hat vorher als Marketing- und Verkaufsdirektor beim US-Süsswarenkonzern Wrigley und bei Lindt & Sprüngli gearbeitet.

«Die Fifa sitzt auf der bank und schaut einfach zu»

Für die Verzögerung macht die Fifa auch die Auflagen der Stadt Zürich verantwortlich. Wegen des zu erwartenden grossen Publikumsansturms hatte das Hochbaudepartement vor Baubeginn zwingend ein neues Mobilitätskonzept verlangt. Vor allem die vielen zu erwartenden Cars gaben der Stadt zu denken. Das Konzept sei nun zusammen mit weiteren Auflagen im Einvernehmen mit der Stadt erarbeitet und für gut befunden worden, so Schlatter.

Nicht die Stadt, sondern die Fifa sei verantwortlich für die Verzögerung, betont Urs Spinner, Departementssekretär beim Hochbaudepartement. Auflagen hätten alle grösseren Projekte. «Bei professionellen Bauherrschaften gibt’s da keine Probleme. Aber wer wie in diesem Fall die Fifa einfach auf der Bank sitzt, dem Spiel zuschaut und nicht mitspielt, kann auch kein Tor erzielen.»

Haus stand lange Zeit leer

Ursprünglich hatte die Fifa geplant, ihr Museum nahe des Hauptsitzes am Zürichberg beim Zoo zu errichten, wich aber wegen des zu erwartenden Widerstandes im Quartier und wegen der Unsicherheiten der Kulturlandinitiative auf das Haus zur Enge aus. Dieses ist im Besitz der Swiss Life und stand vor dem Rückbau während Jahren leer, trotz prominenter Lange.

Die Besitzerin hatte geplant, auf dem Sockel des Hauses von architektonisch zweifelhaftem Ruf etwas Neues zu bauen. Sie blitzte bei der Stadt jedoch zweimal ab, da das Hochbaudepartement für das Gebäude am Tessinerplatz strenge Qualitätsmassstäbe geltend machte.

Fifa-Werbung und Begegnungsstätte

Das Fifa-Museum soll in einer interaktiven, multimedialen Erlebniswelt zeigen, wie der Fussball die Menschen und die Welt beeinflusst. Eine Hall of Fame mit den grossen Stars der Fussballgeschichte ist geplant, und gross zum Tragen kommen soll auch die Geschichte der Fifa und ihrer WM. Gleichzeitig soll das Fifa-Museum auch ein lebendiger Ort der Begegnung für Fans und Vereine, Förderer, Partner oder Sponsoren werden. Für die Realisierung des Fussballmuseums hat die Fifa das Berliner Planungsbüro Triad beauftragt. Seit 1994 inszeniert dieses Markenwelten, aber auch komplexe Themen in Ausstellungen und Messeständen, Filmen, Events und Konferenzen.

Zusätzlich zu den Ausstellungsräumen entstehen in den oberen Etagen des Hauses zur Enge Büros mit 136 Arbeitsplätze sowie 34 Wohnungen.

Erstellt: 23.05.2014, 16:09 Uhr

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