Der Adlerhorst über Zürich ist bald bezugsbereit

Der Mobimo-Tower hat seine maximale Höhe erreicht – ein Viertel der Wohnungen ist bereits verkauft.

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«Hier könnte der lange Esstisch aus Nussbaumholz stehen und dort das Sofa und daneben . . .» Im 19. Stock des Mobimo-Towers gerät man leicht ins Träumen, obwohl von den Eigentumswohnungen erst nackte Betonwände stehen. Vor wenigen Tagen haben Arbeiter das Dach des 81 Meter hohen Turms fertiggebaut. Und auch die Fassade aus römischem Travertin ist schon mehr als zur Hälfte montiert. An der gestrigen Aufrichte zeigte sich die Mobimo AG, die 250 Millionen Franken in das Projekt investiert, deshalb zufrieden mit dem Ergebnis. «Der heutige Tag erfüllt mich mit Stolz», sagte Christoph Caviezel, CEO von Mobimo.

Nur Schweizer Käufer

Der Verkauf der Eigentumswohnungen in den obersten 9 Etagen des 24-stöckigen Turms sei gut angelaufen, sagte Urs Tschudi vom Immobilienunternehmen Walde & Partner. Rund ein Viertel der Wohnungen ist verkauft oder reserviert. Allein in den letzten zwei Wochen hatten sich 40 Interessenten gemeldet.

Bei den Käufern handelt es sich ausschliesslich um Schweizer aus der Region Zürich. Tschudi ist zuversichtlich, dass das Interesse anhält. Der Verkauf werde nun einfacher, weil den Interessenten das spektakuläre Panorama gezeigt werden könne. Von den Wohnungen auf der Südseite erstreckt sich die Sicht vom See über Zürich-West bis ins Limmattal. Die Sonnenuntergänge seien besonders spektakulär, sagt Tschudi. Im noch fensterlosen Raum auf der 19. Etage ist vom Autoverkehr fast nichts zu hören, dafür umso mehr vom Lärm der vorbeifahrenden Züge. Eine 198 Quadratmeter grosse 4,5-Zimmer-Wohnung in diesem Stock kostet 2,98 Millionen Franken, eine 5,5-Zimmer-Wohnung mit 304 Quadratmetern Wohnfläche auf der gleichen Etage ist für 4,8 Millionen Franken zu haben. Insgesamt stehen 53 Wohnungen zwischen 88 und 324 Quadratmetern zur Verfügung. Den Turm entworfen hat das Basler Architekturbüro Diener & Diener.

Der Blick auf die Gleisanlagen und das ehemalige Industriequartier sei für ihn ebenso attraktiv wie die Sicht auf einen See, sagte Projektleiter Michael Roth. Der Mobimo-Tower biete als Hochhaus in einem urbanen Umfeld eine Wohnqualität, die man in der Schweiz bisher noch kaum kenne. Die Industriegeschichte des Quartiers trage auch viel zu dieser Qualität bei.

Industrie-Motive an Wänden

Diese Vergangenheit will auch Designer Claudio Carbone aufleben lassen, der das Interieur des Renaissance Zürich Tower Hotel im unteren Teil des Hochhauses gestaltet. Die Wände der 300 Zimmer auf den ersten 15 Etagen sind mit Motiven aus dem Industrie-Zeitalter verziert. Die Böden bestehen aus geräuchter Eiche – nicht nur wegen des rustikalen Charmes, sondern aus Rücksicht auf die Asthmatiker. Teppiche bekommen diesen Allergikern schlecht, sagt Carbone. Darum würden ausschliesslich natürliche Materialien verwendet. Mit einem Angebot von mehr als 1000 Quadratmeter Fläche für Konferenzen hat die SV Group als Betreiberin der Luxusherberge vor allem Geschäftskunden im Auge. Zu den weiteren Annehmlichkeiten gehören Ballsäle, ein Fitnesscenter und ein Spa.

Von der 5-Sterne-Infrastruktur profitieren auch die Hausbewohner. Wer zum Beispiel spätabends einen kleinen Hunger verspürt, aber keine Lust hat, die Boffi-Küche in Betrieb zu setzen, muss bloss zum Hörer greifen und dem Hausservice telefonieren. In der Réception können auch Karten fürs Schauspielhaus oder die Limousine bestellt werden. Die Preise für die Hotelzimmer werden erst im Herbst bekannt gegeben. Die Eröffnung des Mobimo-Towers ist für Sommer 2011 geplant. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.05.2010, 16:22 Uhr

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