Der Bahnhof in der Tiefe

Für die Durchmesserlinie werden zurzeit der Bahnhof Löwenstrasse und der Weinbergtunnel für den Zugverkehr bereit gemacht. Tagesanzeiger.ch/Newsnet war vor Ort. Die Bilder.

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Die Durchmesserlinie der SBB ist ein Schritt weiter: Die zwei Kernstücke der neuen Stadtzürcher Bahnstrecke – der unterirdische Durchgangsbahnhof Löwenstrasse und der rund fünf Kilometer lange Weinbergtunnel – befinden sich 14 Monate vor ihrer Inbetriebnahme im Feinschliff. So werden dort zurzeit all diejenigen Anlagen eingebaut, die für den Zugverkehr nötig sind. «Dazu gehören Schienen und Signale sowie Strom- und Datenleitungen, aber auch Rolltreppen, Lifte und Informationssysteme», sagte Gesamtprojektleiter Roland Kobel am Dienstag gegenüber den Medien.

16 Meter unter den heutigen Gleisen 4 bis 9 des Hauptbahnhofs Zürich befindet sich der Bahnhof Löwenstrasse, der im Juni 2014 eröffnet wird und über dem die Sihl durchfliesst. Rund um die künftigen Gleise 31 bis 34 ist der Einbau der bahntechnischen Anlagen seit Anfang 2013 im Gange. Im Weinbergtunnel, der neuen Tunnelverbindung zwischen HB Zürich und Oerlikon, läuft die Installation der Anlagen bereits seit Juli 2012. «Wir sind voll im Zeitplan», sagte Bahntechnik-Projektleiter Thomas Rubi.

Schienen ohne Schotter

Bei der Besichtigung des Tiefbahnhofs Löwenstrasse mutet dieser auf den ersten Blick an wie der Tiefbahnhof Museumstrasse mit den Gleisen 41 bis 44. Doch danach fällt auf, dass der neue Bahnhof zum einen über 3,5 Meter breitere Perrons verfügt und zum anderen mit deutlich mehr Treppen ausgestattet ist. «Damit können grössere Passagiermengen schneller bewältigt werden», erklärt Projektleiter Kobel den Medienleuten.

Auf dem Weg in den Weinbergtunnel, der anfangs unter der Limmat hindurchführt, erhält man Einblick in die Gleisverlegung. Auf der Neubaustrecke kommt eine sogenannte feste Fahrbahn zum Einsatz. Konkret: Die Schienen liegen nicht auf Schotter, sondern auf Schwellenblöcken in Schuhschachtelgrösse, und werden einbetoniert. Die Blöcke bestehen aus gummiartigem Material, und so schützt das System namens Low Vibration Track (LVT) die Umgebung vor Erschütterungen und Lärm. Dies kommt unter anderem den über der Durchmesserlinie gelegenen Wohngebieten sowie der ETH, dem Universitätsspital sowie dem Radiostudio zugute.

Weinbergtunnel und Bahnhof Löwenstrasse sind erst der Anfang

Den Einbau der bahntechnischen Anlagen schliesst die SBB nach eigenen Angaben Ende 2013 ab. Dann sei der Bahnhof Löwenstrasse betriebsbereit. Bis zur Inbetriebnahme im Juni 2014 folgten noch Abnahmen und Testfahrten.

Teil der neuen SBB-Durchmesserlinie ist auch die Letzigrabenbrücke, die vom Hauptbahnhof nach Altstetten führt. Ihre Aufgabe ist es, Schnellzüge vom neuen Durchgangsbahnhof im HB von der linken Seite des Gleisfeldes bis nach Altstetten auf die rechte Seite zu führen. Im Oktober 2014 soll die Brücke fertig betoniert sein und im Dezember 2015 in Betrieb genommen werden. Warum erst anderthalb Jahre nach der Eröffnung des Bahnhofs Löwenstrasse und des Weinbergtunnels? Dies, weil der Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Langstrasse erst dann gebaut werden kann, wenn der Durchgangsbahnhof Löwenstrasse mit den Gleisen 31 bis 34 in Betrieb ist und so durch die Stilllegung des provisorischen Sihlpost-Bahnhofs der nötige Platz zum Bauen gegeben ist.

Nach der Stilllegung des Bahnhofs Sihlpost mit den Gleisen 51 bis 54 werden übrigens die S-Bahnen der Linien 2, 8, 14 und 24 in den Durchgangsbahnhof Löwenstrasse hinunter verlegt. Die Fernverkehrszüge folgen zu einem späteren Zeitpunkt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.04.2013, 15:47 Uhr

Grosses Bauwerk: die neue Durchmesserlinie und ihr Verlauf (gestrichelte Linien bedeuten unterirdische Verläufe). (Bild: SBB)

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