Der Betonkoloss erhält ein Facelifting

Das Amtshaus Helvetiaplatz wird zum Sozialzentrum. Dafür soll es während drei Jahren für 50 Millionen Franken saniert werden.

Bildete die Kulisse zu mancher 1.-Mai-Kundgebung: Das Amtshaus beim Helvetiaplatz. Foto: TA-Archiv

Bildete die Kulisse zu mancher 1.-Mai-Kundgebung: Das Amtshaus beim Helvetiaplatz. Foto: TA-Archiv

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Zürich – Der Stadtrat hat gestern bekannt gegeben, dass er das Amtshaus am Helvetiaplatz von 2016 bis 2018 sanieren will. Es soll für die künftige Nutzung als Sozialzentrum angepasst werden. Dafür hat der Gesamtstadtrat einen Projektierungskredit von Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) von 900'000 Franken auf 8,6 Millionen Franken fast verzehnfacht. Dieser Betrag lässt darauf schliessen, dass der gesamte Umbau auf nicht unter 50 Millionen Franken zu stehen kommen wird. Genauere Schätzungen werden aber erst im Verlauf der jetzt vom Stadtrat beschlossenen Planung vorliegen.

Heute wird das Haus vom Amt für ­Zusatzleistungen und vom Personalmanagement der Stadtverwaltung belegt. Im Rahmen einer grossen Zügel- und ­Optimierungsaktion soll nach Abschluss der Renovation das Sozialzentrum der Sozialregion Limmattal am Helvetiaplatz einziehen. Dieses macht seinerseits Räume an der Ausstellungsstrasse frei, die die Stadt bisher vom Kanton mietet.

Öffentliches Parkhaus

Trotz der Sanierung für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag soll der 1963 erstellte Betonbau äusserlich so weit als möglich im ursprünglichen ­Zustand erhalten bleiben – ergänzt durch eine Café-Bar im Erdgeschoss. Verbunden wird die Sanierung mit dem Umbau der unteritdischen Garage am Helvetiaplatz. Dafür und für die Auf­wertung der Umgebung hat das Zürcher Volk bereits rund 5 Millionen Franken bewilligt. Die Garage soll künftig öffentlich sein, dafür werden oberirdische Parkplätze aufgehoben.

Das Amtshaus Helvetiaplatz erinnert – wie viele damals entstandene Betonbauten – an Vorbilder wie Le Corbusier. Es war Amtssitz von Emilie Lieberherr, Monika Stocker und den Sozialvorstehern vor ihnen. Es war der Hintergrund so mancher 1.-Mai-Kundgebung und so vieler Ausschreitungen.

2007 war man in der Stadt vorübergehend davon ausgegangen, dass das Amtshaus nach dem Umzug des Sozialamts ins Hochhaus Werd leer stehen werde. Eine Künstlergruppe entwickelte den Plan dort ein «Kunsthaus Aussersihl» einzurichten. Die Pläne zerschlugen sich, weil die Stadtverwaltung das Haus weiter nutzte.

Erstellt: 19.11.2014, 22:00 Uhr

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