Der Durchschnitts-Zürcher verdient 7696 Franken

Die Lohnstatistik der Stadt Zürich zeigt zudem, dass Frauen immer noch deutlich weniger verdienen als Männer.

Wer bei einer Bank arbeitet, gehört weiterhin zu den Top-Verdienern. Foto: Reuters

Wer bei einer Bank arbeitet, gehört weiterhin zu den Top-Verdienern. Foto: Reuters

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7696 Franken: Das ist der durchschnittliche Bruttolohn eines Beschäftigten in Zürich, wie die Stadt errechnet hat. Der Lohn hänge dabei massgeblich von der Ausbildung ab, schreibt die Dienstabteilung Statistik, die zur Präsidialdepartement von Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) gehört, in einer Medienmitteilung. So beträgt der Medianlohn (die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger) bei Beschäftigten mit Hochschulabschluss 10 396 Franken. Angestellte ohne eine abgeschlossene Ausbildung dagegen kommen im Mittel auf lediglich 4693 Franken. Dazwischen liegen die Löhne von Personen mit Berufsausbildung, deren Medianlohn 6597 Franken beträgt. Dieser Gruppe gehören am meisten Erwerbstätige der Stadt an.

Banken top, Beizen flop

Wenig überraschend ist, dass die Finanz- und Versicherungsbranche am besten bezahlt, der mittlere Lohn liegt bei 10 518 Franken im Monat. Sie ist zugleich die grösste Branche in Zürich, die 15,2 Prozent aller Angestellten beschäftigt. Überdurchschnittliche Löhne haben die Statistiker auch in der Informations- und Kommunikationsbranche, in der öffentlichen Verwaltung und in der Branche «freiberufliche Dienstleistungen» festgestellt. Die Branchen mit überdurchschnittlich hohen Löhnen hätten gemeinsam, dass sie in besonderem Masse auf hoch spezialisiertes Wissen angewiesen seien und dadurch hoch qualifiziertes Personal beschäftigten. Am unteren Ende des Lohnspektrums stehen Arbeitnehmende im Gastgewerbe, die 5,6 Prozent aller Beschäftigten ausmachen. Ihr Medianlohn liegt bei 4421 Franken.

Unerklärliche Unterschiede

Was in der Statistik auffällt: Männer verdienen deutlich mehr als Frauen. Die Statistiker bezeichnen die Lohndifferenzen gar als «unerklärbar». Bei den Männern liegt der Medianlohn mit 8543 Franken 19 Prozent höher als bei den Frauen mit 6954 Franken. Würden die Durchschnittslöhne miteinander verglichen, erhöhe sich die Differenz gar auf 26,9 Prozent.

Einige statistische Erklärungen liefern die Daten aber doch: Erwerbstätige Frauen seien im Schnitt weniger gut ausgebildet als erwerbstätige Männer, steht in der Medienmitteilung. Auch seien Frauen seltener in Kaderpositionen beschäftigt und vermehrt in schlechter entlohnten Branchen tätig. Lohnunterschiede, die auf diesen Faktoren beruhten, seien deshalb nicht zwingend als Diskriminierung einzustufen. Die Lohndifferenz betrage aber immer noch 10,7 Prozent bei vergleichbarer beruflicher Qualifikation, vergleichbaren Arbeitsplatzanforderungen und Unternehmensmerkmalen.

Erstaunlich ist eine andere Feststellung: Während Frauen in Vollzeit- und in Teilzeitarbeit prozentual gleich viel verdienen, gibt es bei Männern Unterschiede. So liegt der mittlere, auf 100 Prozent hochgerechnete Lohn der Männer mit einem Pensum von 50 bis 89 Prozent bei 8050 Franken, derjenige von Vollzeitbeschäftigten dagegen bei 8650 Franken.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.10.2015, 01:35 Uhr

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