Der Neubau des Landesmuseums nimmt Form an

Die Vorfreude ist gross: Der Rohbau ist «dicht», die Sanierung des alten Gebäudes neigt sich dem Ende zu und die Kosten halten sich im vorgegebenen Rahmen.

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Es hört sich an wie Schlachtenlärm: Eisen trifft auf Eisen. Schwere Schläge, lautes Rufen. Funken sprühen. Morgarten und Marignano sind Themen, die das Schweizerische Nationalmuseum dieses Jahr in Ausstellungen umsetzt. Doch diese Schlacht hier findet im Neubau des Landesmuseums statt. Hämmern, Bohren, Fräsen und Löten.

Direktor Andreas Spillmann steht vor einer riesigen Treppenflucht mit spektakulärem Ausblick. Hohe Räume, Sichtbeton, die Bullaugenfenster sind mit Holz abgedeckt. Hier ist die Architektur der Basler Architekten Christ & Gantenbein bereits gut ablesbar. Spillmann: «Der Rohbau ist dicht, das heisst, die ­Decke ist fertig, nun geht es an den Innen­ausbau.» Gleichzeitig konnte der frisch sanierte Kunstgewerbeflügel bezogen und der Hofflügel für die Sanierung freigegeben werden. «Bisher verläuft alles termingerecht und im vorgegebenen Kostenrahmen.»

Schlachten, Wetter, Carigiet

Der Neubau wird Ende Jahr bezugsbereit sein und im Sommer 2016 eingeweiht. «Für uns bedeutet das einen grossen Schritt, auf den wir uns wahnsinnig freuen», sagt Spillmann. Nicht nur, weil die sich über zehn Jahre erstreckende Baustellenzeit zu Ende geht. «Wir haben dann für unsere Ausstellungen endlich Verhältnisse, wie sie in anderen Museen selbstverständlich sind.»

So werden drei neue Ausstellungsräume zur Verfügung stehen, zeitgemäss ausgerüstet und mit Traglasten, die doppelt so hoch sind wie im vor über 100 Jahren erstellten «Schloss» von Bau von Gustav Gull. Dazu kommt ein Auditorium mit 250 Sitz- oder 600 Steh­plätzen. Doch gab nicht nur der «Schlachtenlärm» auf der Baustelle an der gestrigen Jahresmedienkonferenz des Schweizer Nationalmuseums zu reden. Mit über 300'000 Eintritten ist das vergangene Jahr wohl das erfolgreichste in der Geschichte der drei Häuser, die zum Schweizer Nationalmuseum ge­hören (Landesmuseum Zürich, Forum Schweizer Geschichte Schwyz, Château de Prangins).

Dieses Jahr ist reich an geschichtsträchtigen Jubiläen, die mit Ausstellungen gefeiert werden: 700 Jahre Schlacht bei Morgarten, die in Schwyz mit einem iPad-Parcours abgehandelt wird, 500 Jahre Marignano wird in Zürich thema­tisiert und der Wiener Kongress von 1815, der die Eidgenossenschaft für neutral erklärte, in Prangins.

Daneben gibt es in Zürich Ausstellungen zu Alois Carigiet mit seinem Schellen-Ursli und zum Thema «Arbeit» anhand von Fotografien aus den Jahren 1860 bis heute.

Erstellt: 22.01.2015, 19:21 Uhr

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