«Der Platz gefällt mir besonders, wenn er nass ist»

Daniel Teufer ist als Gebietsmanager beim Tiefbauamt auch für den Sechseläutenplatz zuständig. Der Valser Quarzit hat es ihm speziell angetan.

Das Sechseläuten als erste Prüfung: Daniel Teufer möchte, dass der Platz so schön bleibt, wie er jetzt ist. Foto: Sabina Bobst

Das Sechseläuten als erste Prüfung: Daniel Teufer möchte, dass der Platz so schön bleibt, wie er jetzt ist. Foto: Sabina Bobst

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Sie sind faktisch der Chef über den Sechseläutenplatz. Wenn Sie einen Tag lang wünschen könnten, was darauf passieren soll, was wäre das?
Mein Traum wäre, dass auf dem Platz für einmal absolut gar nichts wäre. Dass man das Opernhaus in seiner Schönheit von weitem betrachten könnte. Und dass die Leute den Platz am Mittag für sich in Beschlag nehmen, Kaffee oder Cola trinken und ihr Sandwich essen.

Der Platz ist riesig. Wie halten Sie ihn sauber?
Fürs Putzen ist Entsorgung und Recycling Zürich zuständig. Die Mannschaft der Stadtreinigung ist mit ihren Geräten täglich mehrmals auf dem Platz. Die Arbeiter sind auch in Randstunden am frühen Morgen und am späten Abend immer wieder vor Ort. Zudem gibt es ein Entsorgungskonzept: Es sind genügend Abfallhaie vorhanden, wo die Leute ihren Güsel entsorgen können.

Viel zu tun gibt es auf dem Platz sicher nach dem Sechseläuten. Wissen Sie schon, wie die Reinigung dann vor sich geht?
Ja, sicher, das haben wir uns genau überlegt. Wir möchten schliesslich, dass der Platz so wunderschön bleibt, wie er jetzt ist. Wir schützen den Platz auch vor dem Feuer und den Hufen der Rösser. Das Tiefbauamt und die Stadtreinigung werden eine grosse Nachtschicht einlegen müssen, um den Platz aufzuräumen.

Sie sind für alle öffentlichen Plätze der Innenstadt zuständig. Wie wichtig ist für Sie der ­Sechseläutenplatz, für den Sie neu auch noch verantwortlich sind?
Für mich ist er genauso wichtig wie alle anderen Plätze. Im Moment liegt der ­Fokus aber klar auf dem Sechseläutenplatz. Alle wollen ihn sehen. Im Vergleich dazu stellen die anderen Plätze weniger Anforderungen an Aufbauten und Installationen. Es finden dort auch kleinere Veranstaltungen statt.

Was löst der Platz bei Ihnen aus?
Ich habe grosse Freude, mir gefällt er sehr gut – vor allem wenn er nass ist. Der Stein bekommt dann diese schöne grünliche Farbe, welche die wunderbare Maserung und Struktur des Valser Quarzits voll zur Geltung bringt.

Ist er schöner geworden, als Sie sich das vorgestellt haben?
Auf den Plänen kann man sich einen solchen Platz nicht so genau vorstellen. Wenn die Bäume noch mehr ins Laub kommen und grün werden, wird der Platz noch schöner.

Der Platz war ein umstrittenes Projekt. Wie fallen nun die ersten ­Reaktionen in Ihrem Departement aus?
Ob er umstritten war, weiss ich nicht. Hausintern gibt es nur positive Meldungen. Viele sagen: Der Platz ist grösser, als ich dachte.

Die ersten Schäden an etwas Neuem schmerzen immer heftig. Gibt es am Platz schon solche?
Zum Glück haben wir noch keine Schäden – bis auf ein paar Spuren von Bier und Cola. Diese schafft der Stein aber selbst wieder hinaus. Wovor ich Angst habe, sind mechanische Schäden, zum Beispiel wenn Teile von Gerüsten herunterfallen würden. Die Gerüste müssen mit Holz unterlegt werden, um den Boden zu schonen. Irgendwann wird es aber diese ersten Schäden geben, das ist unvermeidlich.

Wie wird sich der Platz mit den Jahren verändern?
Es werden Gebrauchsspuren auftauchen, und er wird etwas abdunkeln. Und es werden Kaugummireste darauf kleben bleiben, die wir leider nicht mehr entfernen können.

An schönen und warmen Tagen wird der Platz zum grössten ­Mittagstisch in Zürich. Sind Sie überrascht, dass er so schnell in Beschlag genommen wurde?
Dass er in Beschlag genommen wurde nicht. Überrascht hat mich aber, dass die Leute einfach so auf dem Boden sitzen oder liegen.

Bald gastiert der Circus Knie einen Monat lang auf dem Platz. Gehen Sie dann in die Ferien, weil Sie nichts mehr zu tun haben?
Nein. Die ersten drei Tage des Aufbaus werden sehr intensiv werden. Wir werden den Zirkus so gut wie möglich unterstützen, bis er aufgebaut ist. Wenn er steht, kann ich sicher ein wenig durchschnaufen. Aber ich habe ja noch andere Plätze und Strassen in Zürich, für die ich zuständig bin.

Erstellt: 25.04.2014, 06:37 Uhr

Serie

Platzhirsch (4)

Während des Platzfäschts stellen wir jeden Tag einen «Platzhirsch» vor: Unsere Platzhirsche sind Menschen, die mit dem neuen Sechseläutenplatz viel zu tun hatten oder haben werden.

Bereits erschienene Folgen:
22. April: Das Volk
23. April: Ruth Genner
24. April: Walter Vetsch, Landschaftsarchitekt

Nächste Folge:
26. April: Der Bögg

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