Der Uetliberg rutscht

Der nasse Mai ist nicht nur ein Frust für Erholungssuchende, sondern auch ein Problem für den Zürcher Hausberg. Wege sind unterspült, Hangstücke rutschen ab, Fusswege sind gesperrt.

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Am Uetliberg sind derzeit mehrere Wege gesperrt. Grund sind aussergewöhnlich viele Hangrutsche. Die dünne Erdschicht über wasserdichtem Lehm bietet bei Nässe nicht viel Halt. Und Nässe gab es 2013 genug. «Es hat schon im Winter angefangen», sagt Lukas Handschin von Grün Stadt Zürich. «Weil der Boden nie richtig gefroren war, haben die schweren Maschinen bei den Holzfällarbeiten die Strassen beschädigt.»

Das Wasser kann kaum versickern. Deshalb dauert es am Uetliberg besonders lange, bis der Boden trocken ist. «Auf den 230 Kilometern Waldweg der Stadt Zürich gibt es immer etwas zu reparieren, aber so schlimm wie dieses Jahr war es schon lange nicht mehr.»

Schwieriges Terrain

Der Uetliberg ist ein geologisch schwieriges Terrain: Auf dem mit Nagelfluh durchsetzten Molasseklotz ereignen sich immer wieder Hangrutsche. Der Boden ist im aussergewöhnlich nassen Frühling so stark aufgeweicht worden, dass nicht einmal die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern den Hang am Rutschen hindern konnten.

Besonders schlimm waren die heftigen Regenfälle vom 2. Mai. Sie haben an zahlreichen Stellen am Uetliberg zu erheblichen Schäden geführt. Dabei nimmt auch die Infrastruktur Schaden. «Wir mussten verschiedene Wege sperren; besonders stark betroffen ist der Föhreneggweg, wo ein Hangrutsch den Weg unpassierbar machte, und der Denzlerweg, wo die Wegsicherung teilweise weggerutscht ist», so Handschin.

Aufwendige Handarbeit

«Die Instandstellung muss wegen der für Baumaschinen meist unzugänglichen Lage grösstenteils in aufwendiger Handarbeit erfolgen und wird längere Zeit in Anspruch nehmen», sagt Handschin. Eine Schadensumme konnte noch nicht vollständig ermittelt werden, die Schadensaufnahme ist noch nicht abgeschlossen. Für die Reparaturen an der Infrastruktur hat die Stadt Geld bereitgestellt. Weil der Uetliberg schon seit jeher rutschgefährdet ist, ist das Geld für die Reparatur von Wanderwegen und Waldstrassen ein fester Budgetposten.

Bei der Uetlibergbahn hatte man keine wetter- oder nässebedingten Probleme. «Die Bahn steht solide», versichert Armin Heli von der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU). Die Bergvelofahrer setzen sich indes mit einem schlammigen Biketrail auseinander. «Biker sind Schlamm gewohnt», sagt Frank Wadenpohl, Präsident des Vereins Züritrails. Das sehr schlammige untere Streckendrittel werde voraussichtlich im Frühsommer 2014 in Zusammenarbeit mit Grün Stadt Zürich so gestaltet, dass es weniger stark verschlammt.

Erstellt: 27.05.2013, 12:03 Uhr

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