Zu wenig Platz auf dem Sechseläutenplatz

Für den Circus Knie ist der Raum auf dem grosszügigen Sechseläutenplatz sehr knapp. Für den ersten Aufbau mussten Teile des Zeltes neu konstruiert werden.

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Auf dem Sechseläutenplatz herrscht am Montagvormittag emsiges Treiben. Am Rande fahren Lastwagen gebogene Eisenträger heran, die von Arbeitern an ihre Position getragen werden. Etwas davon entfernt wurden Eisenstangen bereits ordentlich drapiert. Ein Statiker der Stadt Zürich steht hinter seinem Vermessungsgerät und richtet es immer wieder neu aus.

Derweil heben Mitarbeiter des Tiefbauamtes im Zentrum Platten aus dem Boden und waschen die darunter gelegenen viereckigen Löcher aus. Danach lassen sie genau passende Holzkuben ein, die ein Lastwagen der Stadt anliefert, und schrauben diese mit grossen Schrauben fest. «Hier werden wir unsere Hauptmasten befestigen können», erklärt Franco Knie, technischer Leiter des Circus Knie. Zum ersten Mal gastiert er für fünf Wochen auf dem neu gestalteten Sechseläutenplatz, die Premiere ist am Freitag.

Für Knie gibt es vor allem eine Herausforderung. Das Eingangszelt, das der Zirkus normalerweise verwendet, hat hier keinen Platz. Eine Bauminsel mit Kiesboden steht im Weg. Auch auf die gegenüberliegende Seite, mit Blick aufs Opernhaus, konnte der Eingangsbereich nicht ausgerichtet werden. Hier lassen es die Zugänge zum Parkhaus Opéra nicht zu. «Für Zürich mussten wir deshalb eine spezielle Konstruktion anfertigen, die wir nun zum ersten Mal ausprobieren.» Die abgerundeten Eisenträger sind dafür bestimmt.

Beschädigungen des Quarzits möglich

Neben den viereckigen Löchern für die Hauptmasten hat die Stadt Zürich noch kleinere, runde Löcher auf dem Platz angebracht. In einem grossen Kreis extra für das Zelt von Knie und in einem kleineren Kreis für andere Zirkusse. Hier müssen neben den Hauptmasten zusätzliche Verstrebungen angebracht werden, um das Zelt zu tragen. Für Knie stellt diese Neuerung aber keine grosse Herausforderung dar: «In Neuenburg arbeiten wir auch mit festen Verstrebungen im Boden.» In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich habe man sämtliche Fragen der Statik, auch bei stürmischem Wetter, geklärt. «Das wird für uns kein Problem.»

Mehr Sorgen macht sich Knie, dass während der Aufbauarbeiten einzelne Stellen des Quarzitbodens beschädigt werden könnten. Deshalb seien die Arbeiter vorsichtig und unterlegten alles mit Holz. «Es kann aber einmal etwas herunterfallen.» Stets sei man aber im Gespräch mit der Stadt, um analysieren zu können, ob man beim nächsten Mal etwas anders machen müsse. Kein Problem für den Boden ortet Knie bei seinen Tieren und deren Notdurft. Grundsätzlich werde für die Tiere der Boden mit Humus und Sägemehl abgedeckt, bei den Elefanten gar mit Sand aufgefüllt. Bei den Pferden lege man zuunterst gar Gummimatten aus. Einzig das Waschen der Pferde müsse man vorsichtig machen. «Nicht, dass der ganze Schaum im Zürichsee landet.»

Sportler, Opernsänger, Partygänger

Neben dem Circus Knie haben auch kleinere Zirkusse eine Dauerbewilligung für die Benutzung des Sechseläutenplatzes. Sie wechseln sich im Herbst jeweils im Jahresrhythmus ab. In diesem Jahr wird der Zirkus Monti im Kreis 1 auftreten. Weitere Dauergäste sind die Street-Parade, das Züri-Fäscht und das Zurich Film Festival.

Die House- und Technoparade wird am 2. August auf dem Platz gastieren. Zehn Tage später wird für die Leichtathletik-Europameisterschaft das Holzhaus der Olympischen Spiele von Sotschi (House of Switzerland) zwischen dem Bellevue und dem Opernhaus aufgestellt. Die EM dauert vom 12. bis 17. August.

Platz soll 180 Tage im Jahr Event-frei bleiben

Das Zurich Film Festival belegt dann den Platz vom 25. September bis 5. Oktober. Erst 2016 findet das nächste Züri-Fäscht statt. Alle anderen Anlässe auf dem Sechseläutenplatz müssen laut Tiefbaudepartement durch den Stadtrat bewilligt werden. Derzeit hat die Veranstaltung Oper für alle eine solche Bewilligung, wie die zuständige Stadtpolizei auf Anfrage sagt. Dafür wird der Platz an drei Tagen im Juni belegt.

An 180 Tagen im Jahr, davon 120 in den Sommermonaten, soll der Platz nicht durch Events belegt sein und «damit der Bevölkerung vollumfänglich zur Verfügung stehen», wie Stefan Hackh, Sprecher des Tiefbaudepartements, sagt.

Die Geschichte des Sechseläutenplatzes in 35 Minuten: Aufwendige Produktion der Stadt Zürich über ihr grosses Bauwerk. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.05.2014, 13:35 Uhr

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