Der kleine «Bruder» von Ron Orp ist noch ein bisschen schüchtern

Das Online-Stadtmagazin « 80punkt00.ch» hat sich fast unbemerkt ins Internet geschlichen - Ideen und Ansätze sind gut, etwas mehr Frechheit würde nicht schaden.

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Ron Orp ist ein Zürcher Online-Stadtmagazin. Falsch. Ron Orp ist d a s Zürcher Online-Stadtmagazin. Auf coole und lockere Art vermittelt der täglich verschickte Newsletter (gratis zu abonnieren unter www.ronorp.ch) Insiderwissen und essenzielle Angebote an ein stetig wachsendes, vorwiegend erwachsenes Szene- und Möchtegern-Szenepublikum. Obwohl das Portal seine frühere «Hippness» eingebüsst hat - das ist der Preis der Popularität -, besitzt es nach wie vor das Monopol auf die Zürcher Ausgeh- und Trendinfos. Konkurrenz, die denselben Service offeriert, gibt es nicht. Pardon: Gab es nicht.

Was nämlich bislang praktisch niemand weiss: Ron Orp hat eine Art kleinen «Bruder». Er trägt den etwas komplizierten Namen «www.80punkt00.ch» - und scheint sehr schüchtern. Wäre unserer Redaktion nicht kürzlich ein E-Mail zugeflattert, wir hätten wohl nach wie vor keine Ahnung von diesem virtuellen Stadtmagazin. Dabei ist es bereits seit dem 8. Februar aufgeschaltet. Egal, es lebt, also wollen wirs testen. Und wissen, wer dahintersteckt.

Unter der Rubrik «Community» findet man das Redaktionsteam. Aufgelistet sind neun Personen, acht Boys und ein Girl. Es heisst Nancy Scharf. Pseudonym? Taufname? Spielt keine Rolle, dieser «Verlockung» kann man nicht widerstehen: die Fragen zum Wie-Wo-Weshalb-etc. müssen an Miss Sharp gehen. Die Antworten aber kommen von André Schelter - nicht weil sich Nancy Scharf geweigert hätte, aber sie ist im Urlaub.

Schelter ist Geschäftsführer der Chemmedia Schweiz GmbH, die im E-Learning-Bereich tätig ist und Webportale betreut. Er und Scharf sind die Einzigen, die fix bei «80punkt00.ch» involviert sind. Die Freelance-Crew besteht aus einem Werber, einem DJ, einem Ladenbesitzer und mehreren Studenten. Entstanden sei die Idee zum Online-Stadtmagazin in einer «geselligen Runde im November 2007», schreibt Schelter in seinem E-Mail. Ziel sei es, «ein freies und unabhängiges Bild von Zürich wiederzugeben». Auf negative Berichterstattung und polarisierende Szeneberichte wird bewusst verzichtet, nicht aber auf die persönliche Note des Teams in den publizierten Beiträgen. Eine wichtige Aufgabe kommt den Usern zu - sie sollen mit dem Bewerten von Partys, Ausstellungen oder Filmen dem Inhalt ein Profil «verleihen».

Die Romantik ist bislang verpönt

Gerade hier liegt aber eines der Probleme von «80punkt00.ch» - man hat zuwenig «Traffic», wie es im Internet-Jargon so unschön heisst, der Seite fehlen die regelmässigen Besucher. Das zeigt sich auch in den diversen Blogs, auf dem Blackboard (der letzte Eintrag stammt vom Mai) oder in der romantisch betitelten Rubrik «Schmusen», die bislang gänzlich ungeküsst blieb. Geringe Einschaltquote heisst in der Regel auch wenig Werbung; da muss das Team den Hebel ansetzen.

Gut sind dafür Ideen wie der Tagestipp oder der kulinarische Planer, die Weinempfehlungen machen Appetit aufs Süffeln. Noch zum optischen Auftritt. Dieser ist übersichtlich und verständlich, leider mangelt es ihm aber ein wenig an Reizen, die «giggerig» machen, in die Website ein- und abzutauchen. Kurz und bündig: Ein bisschen mehr «Sexappeal» im Layout, eine anständige Dosis mehr Frechheit im Text, und die Sache kann ganz gut kommen. Wir bleiben dran. Wir immer. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.08.2008, 07:30 Uhr

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