Deutsche stehen als Ehepartner an zweiter Stelle

Ehen mit Ausländern unterstehen einem höheren Scheidungsrisiko. Die aktuellen statistischen Zahlen aus Zürich belegen jedoch, dass einige Nationen ausgesprochen gut zueinanderpassen.

Heiraten liegt nach wie vor im Trend: 3543 Paare sagten 2010 in Zürich Ja.

Heiraten liegt nach wie vor im Trend: 3543 Paare sagten 2010 in Zürich Ja. Bild: TA

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Es gibt wieder mehr Zürcherinnen und Zürcher. Das zeigt die aktuelle Bevölkerungsstatistik der Stadt Zürich. Sie zeigt aber auch: In Zürich werden mehr Ehen geschlossen – und wieder geschieden.

Im vergangenen Jahr liessen sich 3543 Paare trauen. Das sind 158 mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der eingetragenen Partnerschaften hat um 161 auf 1439 zugenommen. Auf der anderen Seite liessen sich 1991 Paare scheiden, 25 davon sogar nach weniger als einem Jahr.

Hauptsächlich werden Landsleute geheiratet

Schweizerinnen und Schweizer heiraten noch immer vorzugsweise Landsleute. Wenn sie aber eine binationale Ehe eingehen, dann hauptsächlich mit Deutschen. So haben im vergangenen Jahr 111 Schweizer eine Deutsche geheiratet und 78 Schweizerinnen einen Deutschen.

Doch binationale Ehen unterliegen gemäss verschiedenen Studien einem höheren Scheidungsrisiko. Das belegen auch die Vergleichswerte der Eheschliessungen und Scheidungen zwischen 2007 und 2009 in Zürich. So gingen 58 Ehen zwischen einer Schweizerin und einem Deutschen wieder in die Brüche. Zwischen Schweizer Männern und deutschen Frauen kam es in 46 Fällen zu einer Scheidung.

Türken sind bei Schweizerinnen beliebt

Noch krasser sieht die Situation bei Eheschliessungen zwischen Schweizerinnen und Türken aus. Obwohl die Türken auf Platz vier der Top Five unter den ausländischen Heiratskandidaten rangieren, wurden von 2007 bis 2009 176 solcher Verbindungen wieder getrennt.

Ebenfalls unter einem schlechten Stern stehen Ehen mit Brasilianern und Nigerianern, aber auch mit Männern aus Bangladesh. 113 Ehen zwischen Schweizerinnen und Bangladeshi wurden im besagten Zeitraum geschieden. Allein im vergangenen Jahr waren es 51. Geradezu vorbildliche Ehemänner sind offenbar die Holländer. Hier kam es zwischen 2007 und 2009 zu keiner einzigen Scheidung. 2009 waren immerhin 81 Schweizerinnen mit einem Holländer verheiratet.

Die meisten Ehen halten fünf bis neun Jahre

Bei den Schweizern haben statistisch gesehen jene Ehen Aussichten auf Erfolg, die mit einer Japanerin geschlossen wurden. Auch in dieser Kombination kam es zwischen 2007 und 2009 zu keiner Scheidung. Unglücklicher sind Ehen mit Frauen aus der Slowakischen Republik. Ende 2009 waren noch 60 Paare dieser beiden Nationen zusammen, demgegenüber wurden 26 Ehen wieder getrennt. Verbindungen mit Chinesinnen oder Frauen aus der Dominikanischen Republik wurden ebenfalls auffallend häufig wieder geschieden.

Immerhin: Die meisten Paare gehen erst nach fünf bis neun Ehejahren wieder getrennte Wege. Bei 129 der 1991 geschiedenen Ehen des vergangenen Jahres kam es erst nach mehr als 25 Ehejahren zum Bruch. Auch war die Mehrheit der geschiedenen Ehen kinderlos, nämlich über 1500. Insgesamt waren 675 Kinder von den Scheidungen betroffen.

Erstellt: 23.06.2011, 13:23 Uhr

Schweizer Frauen heirateten 2010 Männer aus:

Schweizer Frauen heirateten 2010 Männer aus:


Quelle: Statistik Stadt Zürich

Schweizer Männer heiraten 2010 Frauen aus:

Schweizer Männer heiraten 2010 Frauen aus:


Quelle: Statistik Stadt Zürich

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