«Die Altersbeschränkung finde ich frech»

Sean Meaders hat rund ein Dutzend Partys im Freien organisiert. Die nächste folgt im April – erstmals legal.

Er hat bereits eine Bewilligung erhalten: Sean Meaders.

Er hat bereits eine Bewilligung erhalten: Sean Meaders. Bild: Sabina Bobst

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Herr Meaders, wann findet Ihre nächste Outdoor-Party statt?
Am 21. April auf einer Waldlichtung beim Zoo. Ich war der Erste, der bei der Bewilligungsstelle angerufen hat – die waren locker drauf. Mein Ziel ist es nun, monatlich eine Party zu organisieren.

Ist die Forderung der Jugend nach mehr Freiräumen in Zürich mit der Praxisänderung erfüllt?
Es ist auf jeden Fall ein mutiger Entscheid. Gut ist, dass die Polizei sich im Hintergrund halten will und das Aufstellen von Toilettenkabinen nicht obligatorisch wird. Das wäre wenig attraktiv für Veranstalter gewesen. Ich bin dankbar für die Unterstützung und froh, dass dennoch nicht zu viel kontrolliert wird.

Gehören Botellones in der Innenstadt jetzt der Vergangenheit an?
Solche Anlässe wird es immer geben. Junge Menschen tanzen nun einmal gerne aus der Reihe. Es wäre aber schade, wenn sich die Geschichte vom letzten Jahr wiederholen würde.

Viele reizt doch genau das Illegale. Wie halten Sie Ihr Geschäftsmodell am Laufen?
Mir ging es nie darum, etwas Illegales auf die Beine zu stellen. Ich organisiere Partys für Leute, die gerne draussen festen. Ich bestreite aber nicht, dass es reizvoll sein kann, zu den «Auserwählten» zu gehören, die wissen, wo etwas geht.

Lohnen sich die Partys finanziell?
Ich verdiene Geld damit, ja.

Welches sind die Orte, wo dieses Jahr die Outdoor-Partys steigen?
Zürich ist klein, es gibt nicht so viele Locations, die geeignet sind. Und man kennt sich in der Szene. Deshalb werde ich mich hüten, hier mögliche Orte auszuplaudern.

Dann tun wirs: Allmend, unter der Europabrücke, GZ Wollishofen . . .
Das sind alles geeignete Orte. Grundsätzlich gilt: Alles, was ausserhalb eines Wohngebietes liegt, kann zum Dancefloor umfunktioniert werden.

Die Stadt verlangt neu eine Auskunftsperson, die sie in die Pflicht nehmen kann. Wie gehen Sie mit dieser Verantwortung um?

Das ist gut so. Auch in der Vergangenheit bin ich bei Problemen stets hingestanden. Andere hauen ab, und dann kommt in der Regel der DJ an die Kasse. Diese Massnahme hilft mit, schwarze Schafe rauszupicken.

Sie sind 23. In zwei Jahren sind Sie zu alt, um eine Bewilligung zu bekommen. Was kommt danach?
Diese Altersbeschränkung finde ich frech. Sie impliziert: Ab 25 ist man erwachsen, dann darf man so was nicht mehr machen. Mein Zielpublikum ist 20 Jahre und älter. Und was ist zum Beispiel mit den Goa-Partys, die Menschen weit über 40 ansprechen?

Werbung auf Facebook und auf Twitter ist verboten. Wie erreichen Sie künftig Ihr Publikum?
Da ist vonseiten der Stadt viel Wunschdenken dabei. So was lässt sich kaum überprüfen. Ich werde über Facebook persönliche Einladungen verschicken, das ist erlaubt. Was danach mit der Information geschieht, entzieht sich meiner Kontrolle.

Die Kontrolle haben Sie auch verloren, als letztes Jahr viel mehr Leute an eine Party von Ihnen kamen, als Sie erwartet hatten.
Ich habe aus den Fehlern gelernt. Damals übertrieben wir mit der Werbung auf Facebook. Es kamen 800 Menschen, darunter solche, die besser zu Hause geblieben wären. Wenn Kollegen von mir verprügelt und ausgenommen werden, macht es definitiv keinen Spass mehr.

Erstellt: 03.04.2012, 07:59 Uhr

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