Die Edelweiss Air ist jetzt auch ein Tram

Der Ferienflieger ist die sechste Firma, die mit einem ganzen Tram für sich wirbt. Weitere Unternehmen wollen dem Beispiel folgen.

Auf Zürichs Strassen unterwegs: Das Tram der Firma Edelweiss Air.

Auf Zürichs Strassen unterwegs: Das Tram der Firma Edelweiss Air. Bild: Tina Fassbind

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Der Tabubruch geschah am 29. Juni 2011: Mürbe vom ständigen Spardruck des kantonalen Verkehrsverbundes, bewilligte der Stadtrat von Zürich kommerzielle Werbung auf ganzen Trams und nicht mehr nur auf dem Dach. Obwohl die Stadtregierung immer versichert hatte, der gepflegte Tramauftritt in einheitlichem Blau-Weiss sei wichtig für das Erscheinungsbild der Stadt und für das Image des öffentlichen Verkehrs.

Eingedenk dieser Beteuerungen deklarierte der Stadtrat den Tabubruch als dreijährige Testphase und beschränkte die Zahl der Trams in Vollwerbung auf fünf. Ausgeschlossen sind Werbung für Politik, Alkohol, Tabak, Anstössiges und Diskriminierendes. Die Testphase begann Anfang 2012 und dauert bis Ende 2014. Vier Millionen Franken soll sie insgesamt einbringen. Die volle Bewerbung eines Cobra-Trams kostet 280 000 Franken für sechs Monate und 480 000 für ein ganzes Jahr. Das ist mehr, als andere Städte wie Basel, Genf oder Winterthur für die Bewerbung ihrer Trams und Busse verlangen. Sinn der Testphase ist deshalb auch, das Interesse der Wirtschaft, die Wettbewerbsfähigkeit dieser Preise und die Akzeptanz des Publikums an buntscheckigen Trams zu erkunden.

Nahezu ausgebucht

Das Interesse der Kunden sei erfreulich gut und über den ursprünglichen Erwartungen, sagt VBZ-Pressesprecherin Daniela Tobler. Schon Mitte 2012 waren fünf Kommerztrams unterwegs, von denen die Mobiliar-Versicherung und die Saxo-Bank immer noch auf den Schienen sind. Mitte April kam die Edelweiss Air hinzu, sodass derzeit drei Werbetrams auf dem Zürcher Netz unterwegs sind. Ende Mai und im August werden zwei weitere hinzukommen, die Verträge sind unterschrieben. Mit einer Handvoll «ernsthaften Interessenten» laufen zudem Verhandlungen. Die Chancen stünden gut, dass die VBZ bis Ende 2014 weiterhin eine sehr gute, nahezu volle Auslastung haben werden, sagt Daniela Tobler.

VBZ müssen sparen

Gemäss der Pressesprecherin gab es bisher aus dem Publikum nur wenig negative Reaktionen, immer wieder aber positive Meldungen. Der Stadtrat will es genau wissen und hat deshalb die VBZ und seine Ästheten vom Amt für Städtebau mit einer Kundenbefragung beauftragt. Die Verwaltung hat den Beurteilungskatalog bereits erarbeitet; die Umfrage erfolgt durch eine externe Firma. Mitte 2014 wollen die VBZ dem Stadtrat Antrag stellen, ob und wie es mit der Vollbewerbung weitergehen soll.

Der Entscheid wird vor dem Hintergrund gefällt, dass der Zürcher Verkehrsverbund von den VBZ nicht nur verlangt, den Aufwand bis 2016 um 16 Millionen Franken zu senken, sondern auch die Werbeeinnahmen von rund 12 Millionen Franken um mindestens 2,5 Millionen pro Jahr zu heben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.05.2013, 07:21 Uhr

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