Die Grippesaison hat begonnen

Die Zahl der Grippeerkrankungen im Kanton Zürich steigt. Doch genau gegen jenes Virus, das nun grassiert, wirkt die Impfung nicht.

Sie ist wieder da: Schon Ende Dezember ist der Schwellwert zur Grippeepidemie in Zürich überschritten worden.

Sie ist wieder da: Schon Ende Dezember ist der Schwellwert zur Grippeepidemie in Zürich überschritten worden. Bild: Gaetan Bally/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die diesjährige Grippewelle rollt durch den Kanton Zürich. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) wurde der Schwellwert zur Epidemie schon deutlich überschritten – das ist dann der Fall, wenn auf 100'000 Einwohner 68 Grippeverdachtsfälle kommen. Ende Dezember verzeichnete das BAG bereits über 200 solcher Fälle.

In diesem Jahr wütet vor allem das Influenza-Virus des Typs B Yamagata – und just gegen diese Grippeform wirken die meisten Dreifachimpfungen laut einem Bericht der NZZ nur bedingt. Der Grund liegt in der langfristigen Planung der Weltgesundheitsorganisation WHO: Um den Impfstoff rechtzeitig bereitstellen zu können, entscheidet sie jeweils schon im Februar, gegen welche Virenstämme er wirken soll. Da sich die Viren ständig verändern, ist diese Prognose sehr schwierig. Immerhin: Die Grippeviren des Typs B verursachen weniger starke Symptome als jene des Typs A (H3N2).

Fachleute raten trotzdem zur Impfung

Obwohl der Typ B nicht im aktuellen Grippeimpfstoff enthalten ist, könne er eine gewisse Wirkung haben, sagt Stefan Kuster, Leitender Arzt an der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am Zürcher Universitätsspital. «Es ist möglich, dass die Symptome weniger stark ausgeprägt sind und die Grippe weniger lang andauert», sagt er zur NZZ.

Einen vollständigen Schutz vor der Grippe bietet die Impfung ohnehin nicht, selbst wenn sie genau auf den aktuellen Virentypus passen würde. Bei jungen, gesunden Erwachsenen sinkt das Risiko zu erkranken durch eine Impfung allerdings um rund 80 Prozent, bei älteren Personen aber nur um 50 Prozent, weil sie generell schlechter auf die Impfung ansprechen.

Trotzdem raten die Fachleute zur Impfung, denn auch bei jungen Menschen könnte eine Grippe schwer verlaufen und gar zum Tod führen. Zudem schütze man so auch andere Menschen vor einer Erkrankung. Zudem belegt eine aktuelle spanische Studie, dass wiederholte Grippeimpfungen ältere Menschen vor schweren Krankheitsverläufen und Einweisungen ins Spital schützen können.

Es zeigte sich, dass bei den Erkrankten mit mindestens vier Impfungen in Jahresfolge der Schutz vor einer leichten Grippe im Mittel um 30 Prozent höher war als bei über 1800 Ungeimpften einer Kontrollgruppe. Der Schutz vor einem Spitalaufenthalt war sogar um 74 Prozent, vor einem tödlichen Verlauf um 70 Prozent höher. (tif)

Erstellt: 08.01.2018, 09:39 Uhr

Artikel zum Thema

Forscher entwickeln eine Allzweckwaffe gegen die Grippe

Infografik Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen an der Erkrankung – vor allem Ältere. Impfungen wirken bei ihnen schlechter, bisher. Ein neues Projekt weckt Hoffnung. Mehr...

«Schlimmste Grippewelle seit Jahrzehnten»

Der Bund verzeichnet deutlich mehr Grippefälle als in den Vorjahren. Darüber hinaus erzielt der diesjährige Impfstoff nicht die gewünschte Wirkung. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Kultur für Kleine: In Dresden öffnet die erste Kinderbiennale in Europa. Anders als sonst im Museum, kann und darf hier selbst gestaltet und mitgemacht werden. (21. September 2018)
(Bild: Sebastian Kahnert/dpa) Mehr...