Die Grünau-Post im Grünau-Shop

Seit kurzem können die Bewohnerinnen und Bewohner des Grünau-Quartiers ihre Briefe und Pakete im Grünau-Shop aufgeben.

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Die Grünauer können ihre Postgeschäfte im Grünau-Shop an einer Art Minipostschalter abwickeln - bei Bedarf unterstützt von einem der Shopangestellten. «Wir alle mussten dafür eine zweiwöchige Ausbildung absolvieren», so Patron Yusuf Bekiri. Bekiri führt seit 1999 zusammen mit seiner Frau, seinem Bruder und seinem Cousin das Restaurant Il Tricolore bei der Tramhaltestelle Grünau. «Als vor einem Jahr der Coop um die Ecke schloss, entschied ich mich, an der gleichen Stelle einen neuen Quartierladen zu eröffnen», sagt Yusuf Bekiri. Und als die Post vor einigen Monaten ihre Poststelle in der Grünau aufgeben wollte und einen Partner für ein redimensioniertes Postangebot im Quartier suchte, habe er zugesagt.

«Eine Post ist wichtig für das Quartier. Und Leute, die einen Brief aufgeben, kaufen vielleicht auch gerade etwas ein», ist er sich der symbiotischen Wirkung einer Poststelle im Kleinladen sicher. Bekiri: «Bis jetzt habe ich nur positive Reaktionen erhalten.» Er pendelt zwischen seinen nur wenige Meter auseinanderliegenden Geschäften hin und her. Im Grünau-Shop bedient er zwischendurch die Kasse, über Mittag steht er im Restaurant in der Küche.

Barzahlungen sind nicht möglich

Als vor einiger Zeit Unterschriften zum Erhalt der eigenen Poststelle im Quartier gesammelt wurden, habe sie unterschrieben, sagt Maria Müller, die im Altersheim Grünau wohnt. «Die Post haben sie jetzt zwar zugemacht. Der Schalter im Grünau-Shop ist aber besser als gar nichts», findet Müller.

«Enttäuscht» sei er über die Schliessung der offiziellen Poststelle, sagt Giuseppe Palà, der seit 32 Jahren in der Grünau wohnt. «Zahlungen muss ich jetzt auswärts machen, das ist mühsam», so Palà. Cashzahlungen sind im Grünau-Shop keine möglich, da der Schalter nicht mit Sicherheitsvorkehrungen wie Panzerglas geschützt ist. Bargeldlose Einzahlungen können aber abgewickelt werden. Am neuen Postschalter kann man auch Geld beziehen - bis zu 500 Franken.

Öffnungszeiten bis 19 Uhr

Das Beispiel Grünau ist eines von insgesamt 200 Projekten der Schweizer Post, die auf diese Art die Möglichkeit erhalten will, auch in peripheren Quartieren und abgelegenen Dörfern Postgeschäfte abzuwickeln. «Bis jetzt konnten wir 130 solcher Partnerschaften mit dem lokalen Gewerbe umsetzen», erklärt Oliver Flüeler, Sprecher der Post. «Ein grosser Vorteil sind die oft deutlich ausgedehnten Schalterzeiten durch die längeren Öffnungszeiten der Läden», so Flüeler. Der Grünau-Shop zum Beispiel ist montags bis freitags von 8 bis 12.30 und von 14 bis 19 Uhr geöffnet, am Samstag von 8 bis 17 Uhr. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.08.2008, 07:49 Uhr

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