Die Heilsarmee feuert Lesbe – und gerät in die Kritik

Eine lesbische Heimleiterin der Heilsarmee hat ihre Stelle verloren, weil sie mit einer Mitarbeiterin eine Beziehung hat – zum Ärger der Lesbenorganisation.

Toleriert keine «ausserehelichen und gleichgeschlechtliche Verbindungen von Führungskräften mit Mitarbeitenden»: Die Heilsarmee.

Toleriert keine «ausserehelichen und gleichgeschlechtliche Verbindungen von Führungskräften mit Mitarbeitenden»: Die Heilsarmee. Bild: Keystone

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Überrascht ist Eveline Mugier nicht. Aber verärgert. «Es stört mich, wenn sich bei der Partnerwahl nicht alle so verhalten können, wie es für sie stimmt», sagt die Geschäftsführerin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS). Ihre Kritik richtet sich gegen die Heilsarmee. Die christliche Wohltätigkeitsorganisation hat Anfang April der Leiterin einer Behinderteneinrichtung im Kanton Zürich gekündigt – wegen deren intimer Beziehung zu einer Mitarbeiterin.

Die «NZZ am Sonntag», die den Vorfall gestern publik gemacht hat, zitiert in ihrem Artikel aus einer E-Mail, in der Mitarbeitende der Heilsarmee über die Kündigung und deren Begründung informiert werden. Demnach toleriere die Heilsarmee keine «ausserehelichen und gleichgeschlechtlichen Verbindungen von Führungskräften mit Mitarbeitenden». Ein Sprecher der Heilsarmee sagte, die Organisation erwarte von ihren Führungskräften, dass sie die biblischen Grundsätze nach Interpretation der Heilsarmee mittrügen. Daran stösst sich LOS-Geschäftsführerin Mugier. Sie spricht von einer «äusserst strengen Regel» in einer Organisation, die «ansonsten gute Arbeit leistet». Die Kaderfrau hat ihre Vorgesetzten gemäss «NZZ am Sonntag» von sich aus über die Beziehung ins Bild gesetzt.

Vom Kanton mitfinanziert

Das Behindertenheim wird mit Steuergeldern alimentiert. Zum einen zahlt die Bildungsdirektion des Kantons Zürich Subventionen, zum anderen erhält das Heim bei ausserkantonalen Kindern Beiträge der jeweiligen Kantone. Die Bildungsdirektion von Regierungsrätin Regine Aeppli (SP) goutiert das Vorgehen der Heilsarmee nicht, hat aber gemäss der Leiterin Zentralbereich Kinder- und Jugendhilfe keine rechtliche Möglichkeit, dagegen vorzugehen.

Erstellt: 14.05.2012, 07:44 Uhr

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