«Die Klimakrise ist in Zürich zu wenig präsent»

Nellie Hächler setzt sich als Schülerin wie als Schauspielerin mit der Umwelt und den Streiks auseinander.

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Jede Woche beantworten Personen, die Zürich prägen, unseren Fragebogen und verraten uns, was die Stadt für sie ausmacht. Heute: Schauspielerin Nellie Hächler.

Sie spielen aktuell im Theaterstück «Kids Of No Nation», in dem es um die Klimakatastrophe geht. Wie gegenwärtig ist das Thema in Ihrem Leben?
Sehr gegenwärtig. Viele in meinem Gymnasium engagieren sich. Auch ich habe einige Bereiche in meinem Leben umgekrempelt; beispielsweise habe ich aufgehört, Fleisch zu essen und bin seit sechs Jahren nicht mehr geflogen.

Haben Sie auch an den Klimastreiks teilgenommen?
Ja, ich habe erst eine Demo verpasst – wegen eines Filmdrehs.

Als wie präsent empfinden Sie die Klimakrise in Zürich?
Als zu wenig präsent! Es wird zwar viel darüber gesprochen, aber an umgesetzten Massnahmen fehlt es noch. Wir müssen deshalb weiter Druck ausüben.

Sie spielen seit der Kindheit Theater. Ihre erste Erinnerung?
Ich war vier Jahre alt und in einem Theater- und Bewegungskurs. Wir sollten «hüpfe» und «hopse» – und ich war die Einzige, die es nicht konnte.

Welches ist der Geruch Ihrer Kindheit?
Der Geruch von Schokoladenkuchen und Seewasser.

Wo treffen Sie Ihre Freunde am liebsten?
Am See oder im Niederdörfli, weil man da gut schlendern oder sich irgendwo hinsetzen, reden, lachen, einfach sein kann.

Mein perfekter Abend

Apéro
– Chips und Früchte von Coop, 10 Franken

Nachtessen
– Pasta bei Freunden, 6 Franken
– Oder: Sushi von Yooshis über Too Good To Go, 8 Franken
– Oder: Fried Rice im Kaimug Box beim Bahnhof Stadelhofen, 9.80 Franken

Drinks
– Bier im El Lokal, 6 Franken

Theater
– Ein aktuelles Stück im Schauspielhaus, 15 Fr.

Ausgaben total:
ca. 36 Franken

Zu welcher Uhrzeit ist Zürich am schönsten?
An Sommerabenden, wenn die Sonne golden scheint, die Badis sich leeren und auch die weniger schönen Orte strahlen.

Welches ist Ihr Züri-Soundtrack?
Als Seefelderin muss ich da natürlich sagen «Party am See» von The Bullet. Das war der Hit an jedem Quartier- und Schulfest und hat mich viele Jahre begleitet.

Nellie Hächlers Züri-Soundtrack: «Party am See» von The Bullet. Video: Youtube/Tobias Hoby

Wo können Sie nicht widerstehen, ein Selfie zu machen?
In der Maskenprobe, weil das oft sehr lustig aussieht. Etwa mit Perücke aus Papierstreifen auf der einen und Zöpfen mit Stoffbändern auf der anderen Seite.

Welches Hintergrundbild ziert Ihr Smartphone?
Ein Foto von meiner besten Freundin und mir mit genervtem Gesichtsausdruck in der Schule.

Finden Sie den Zürichsee auch doof?
Nei, wer seit dänn das? Es ist so schön im Sommer, jederzeit baden gehen zu können. Und dann der Seegeruch, der für mich Heimat symbolisiert. Und dann hat der Zürichsee noch dazu eine schöne Promenade. Und erst die Aussicht! Mir graut davor, an einem Ort zu wohnen, der keinen Badesee in der Nähe hat!

Auf welcher Wiese schauen Sie gern in den Himmel?
Auf der Wiese vor der Villa Bellerive, neben dem besten Glace in Zürich, dem Gelati am See.

Auf welchen Luxus wollen Sie nicht verzichten?
Das GA. Es ist zwar sehr teuer, aber ich kann immer überall hin, ohne mir vorher zu überlegen, ob der Ort noch in Zone 110 ist. Das nenne ich ein Freiheitsgefühl!

Wer oder was ist die Liebe Ihres Lebens?
Das Schauspiel oder Paprika-Chips – ich bin noch nicht sicher.

Welche Hoffnungen haben Sie aufgegeben?
Viele und keine. Mit der Hoffnung ist das so eine Sache, denn sie kann doch auch jederzeit wieder zurückkommen.

Wann haben Sie das letzte Mal geweint?
Letzte Woche bin ich tief ins Premierenloch gefallen, da fliessen bei mir immer viele Tränen.


Die 17-jährige Nellie Hächler besucht das Gymnasium. Aufgewachsen ist sie im Seefeld, vor vier Jahren zog die Familie nach Männedorf. Aktuell ist sie in Dominik Lochers Jugendstück «Kids Of No Nation – K.O.N.N.» in einer der beiden Hauptrollen zu sehen, die sie sich bei einem öffentlichen Casting sicherte. Das Stück läuft im Theater Neumarkt noch bis zum 4. Januar.

Erstellt: 15.12.2019, 18:02 Uhr

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