«Die Polizei schaute zu und tat nichts»

Rund 1000 Personen demonstrierten in der Zürcher Innenstadt – einige randalierten. An der Fraumünsterkirche entstand offenbar ein Sachschaden von rund 50'000 Franken.

Die rund 1000 Demonstranten in Zürich zogen vom Hechtplatz über den Paradeplatz zur Langstrasse. Video: Leserreporter/Tamedia

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Am Samstagnachmittag hat in Zürich eine unbewilligte Demonstration stattgefunden. Unter dem Motto «Frauen erkämpfen Freiheit» zogen rund 1000 Personen durch die Innenstadt. Organisiert wurde der Umzug vom «Frauenbündnis Zürich». Auch die «Revolutionäre Jugend Zürich» (RJZ) hat dazu aufgerufen.

An der Demonstration seien rund 1000 Personen beteiligt gewesen, bestätigte die Stadtpolizei Zürich am Samstagabend in einem Schreiben. Für heute Montagmittag hat sie weitere Informationen angekündigt. Während des Umzugs, der vom Hechtplatz über den Paradeplatz, die Bahnhofstrasse, die Langstrasse zum Helvetiaplatz gefrührt habe, sei es auch zu mehreren Sachbeschädigungen gekommen. Teilnehmerinnen hätten sich teilweise vermummt und Einsatzkräfte mit Gegenständen beworfen.

Schmierereien an Fraumünsterkirche

Leserfotos von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigen Schmierereien an der Fassade des Fraumünsters. «Als Frau bin ich enttäuscht von Frauen und vor allem von den nicht dagewesenen Sicherheitsmassnahmen», schreibt die Leserin. Der Vorfall bei der Kirche ereignete sich um ca. 14.30 Uhr.

Ein Mitarbeiter der Kirchengemeinde schätzt, dass sich der Schaden an dem historischen Gebäude auf rund 50'000 Franken beläuft. Die Fassade bestehe aus Sandstein und sei schwierig zu behandeln, sagte er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Besonders ärgert ihn, dass offenbar Polizeibeamte anwesend waren und nicht eingegriffen haben: «Die Polizei schaute zu und tat nichts». Auch Passanten, die die Szene mitbekommen haben, seien entsetzt gewesen.

Die Mitarbeiterin eines Geschäfts am Fraumünsterplatz hat beobachtet, wie zuerst Polizeiautos das Gebiet für die Demonstranten abgeriegelt hätten. Danach seien die Chaoten über den Platz gezogen und hätten neben den Sprayereien auch Scheiben von parkierten Autos eingeschlagen.

5 Minuten in Warteschleife

Die laute Musik habe die Kunden aus dem Laden vertrieben, sagt die Mitarbeiterin gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Als sie bei der Stadtpolizei angerufen habe, habe man sie 5 Minuten in der Warteschleife hängen lassen. Sie ärgert sich auch über die Sachbeschädigung, für die nun die Steuerzahler aufzukommen hätten.

Für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen war die Zürcher Stadtpolizei bislang nicht zu erreichen.

Offenbar sind zwei Demonstrantinnen festgenommen worden. Mitglieder der RJZ demonstrierten deshalb vor dem Hauptsitz der Kantonspolizei an der Kasernenstrasse.

(chi)

Erstellt: 10.03.2018, 19:34 Uhr

Tausende Kurden gegen die Türkei

Neben der Frauendemonstration fand eine zweite Kundgebung

Geschätzte 2000 bis 3000 Kurden aus der ganzen Schweiz sind am späten Sonntagnachmittag vom Helvetiaplatz aus durch die Zürcher Innenstadt bis zum Stadthaus und wieder zurück zum Helvetiaplatz gezogen. Im Protestzug dabei waren auffallend viele Alte, Familien und Kinder. Niemand war vermummt. Der Zug verlief friedlich und diszipliniert. Die Menschen demonstrierten gegen die türkischen Angriffe auf das nordsyrische Kurdengebiet Afrin. Viele Plakate richteten sich gegen Staatspräsident Erdogan. Am Abend kam es auch zu Demonstrationen vor dem türkischen Generalkonsulat an der Weinbergstrasse. (rba)

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