«Die Räuberhöhle wird zur Baustelle degradiert»

Heute soll das Restaurant Tessinerkeller abgerissen werden. Bewohner des Quartiers protestieren dagegen, dass ihre einstige Heimat planiert wird.

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Heute schlägt das letzte Stündchen der Räuberhöhle – nach 146 Jahren. Das Gebäude muss einem Neubau weichen, in dem bis im kommenden Jahr 28 neue Wohnungen entstehen sollen. Seit Anfang Monat wird das Innere des Lokals ausgeräumt, heute sollen die Mauern des Hauses geschleift werden.

Mit einem friedlichen Protest äussern rund 20 Quartierbewohner ihren Ärger über den Abbruch. Unter ihnen der AL-Gemeinderat Niklaus Scherr: «Ein historisches Gebäude wird zur Baustelle degradiert. Das ist bitter.» Aber es ist nicht nur das Ende des alten Gebäudes, das sie schmerzt: «Der Tessinerkeller war eine Chnelle für Büezer. Sie fühlten sich hier zu Hause. Das macht den Kreis 4 aus - und das wird nun planiert», sagt Scherr weiter.

SBB benötigt Parzelle

1995 übernahm Wirt Christian Egger die «Räuberhöhle», wie der Tessinerkeller wegen seiner verruchten Vergangenheit genannt wurde. Egger machte aus der ehemaligen Heimat der Clochards, der Prostituierten und anderer Randexistenzen ein gut frequentiertes Speiserestaurant. Der verruchte Charme des 1865 erbauten Hauses indes blieb auch mit dem neuen Wirt erhalten.

Die SBB benötigen die Parzelle als Bauplatz für ihr eigenes Projekt an der Neufrankengasse. Direkt an den Gleisen wollen sie bis 2012 ein Gebäude mit 28 Wohnungen errichten.

Erstellt: 15.02.2011, 10:03 Uhr

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Nach 146 Jahren: Heute Dienstag wird das historische Haus abgerissen. (Bild: Tina Fassbind )

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