Die Sechseläutenwiese aus Stein

Bald erhalten die Zürcher den grössten Stadtplatz der Schweiz. Wieso er aus Valser Quarzit ist, ob man weiterhin Sechseläuten-Würste braten kann und wie die Pferde darüber galoppieren: Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Herr Marzolini, wäre es nicht schöner, anstatt einer riesigen Steinplatte auf dem Sechseläutenplatz eine gepflegte Wiese anzulegen?
Der Sechseläutenplatz wird im Volksmund zwar noch heute «Sechseläutenwiese» genannt. Da aber immer wieder Veranstaltungen stattfinden, ist es schon längst nicht mehr möglich, die Fläche als Wiese zu unterhalten.

Wird es auf der riesigen Steinfläche im Sommer denn nicht brütend heiss?
Eine Steinfläche wird nicht heisser als ein konventioneller Belag. Schutz vor Hitze bieten 51 bekieste Bauminseln, ein Café und ein Wasserspiel.

Und wohin läuft das Wasser des Springbrunnens ab?
Es wird nicht abgeleitet. Vielmehr handelt es sich um einen geschlossenen Kreislauf. In einem unterirdischen Tank, der sogenannten Brunnenstube, wird das Wasser gereinigt und wieder nach oben gepumpt.

Wieso wird Valser Quarzit verwendet und nicht ein günstigeres Material?
Grundsätzlich war ein Schweizer Stein gewünscht. Wir haben verschiedene Varianten geprüft, der Valser Quarzit erwies sich im Auswahlverfahren als der geeignetste Stein. Er ist nicht nur praktisch und einfach im Unterhalt. Ausserdem ist er schön anzuschauen.

Hält der Valser Quarzit denn die Hitze des Sechseläutenfeuers und die galoppierenden Zunftpferde aus?
Wir haben den Quarzit natürlich auch auf Widerstandsfähigkeit getestet. Er nimmt durch das Feuer und die Pferde keinen Schaden. Ausserdem wird beim Umritt ein zusätzlicher Spezialbelag angebracht. Der Belag heisst Green Turf und ist der gleiche wie bei Reitveranstaltungen. Er wird mit Lastwagen an- und abtransportiert und ist wiederverwendbar. Der Kaufpreis des Belages liegt bei 100'000 Franken. Allerdings mieten wir das Produkt lediglich, um zusätzliche Lagerungskosten zu vermeiden.

Wie wird der Platz für den Zirkusbetrieb von Knie ausgerüstet?
Damit die Zirkuszelte befestigt werden können, gibt es schätzungsweise 50 fest montierte Anker. Die sehen Sie ausserhalb der Zirkuszeit aber nicht, da sie sich unter Deckeln befinden, die im Valser-Quarzit gehalten sind.

Erstellt: 15.03.2012, 13:49 Uhr

Pio Marzolini, Sprecher des städtischen Tiefbaudepartements.

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(Bild: (Bild: TA-Grafik kmh))

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