Die Stadt setzt dieser Pracht ein Ende

Am Stauffacher werden fünf gesunde Kirschbäume gefällt, die derzeit in voller Blüte stehen. Sie müssen den «Aufwertungsplänen» der Stadt weichen.

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Die Blütezeit der fünf rosa blühenden japanischen Kirschbäume am Stauffacher geht schon bald zu Ende. Doch nicht nur die Natur rückt den Frühlingsboten zuleibe, sondern auch der Mensch. Genauer: das städtische Tiefbauamt mit seiner Neugestaltung der Tramstation Stauffacher und des Vorplatzes der City-Kirche St. Jakob. Die Bäume sollen aus Platzgründen gefällt werden.

Der Zürcher Umweltberater Andreas Diethelm bedauert diesen Entscheid der Stadt. Das einzig Erfreuliche an diesem Ort werde zum Sündenbock gemacht, nachdem die Haltestelle seit Jahrzehnten mit Fussgängerhindernissen verstellt worden sei, kritisiert er. Gemäss seinen Beobachtungen bleiben viele Trampassagiere staunend vor der Blütenpracht stehen. «Die Kirschbäume sind eine Faszination für die Passanten am Stauffacher», sagt er.

Es braucht mehr Platz

Das wird am Beschluss der Stadt nichts ändern. Stefan Hackh, Leiter Kommunikation des städtischen Tiefbauamts, begründet ihn so: «Die Haltestelle wird erneuert, sodass Behinderte und Fahrgäste mit Kinderwagen hindernisfrei einsteigen können.» Dafür müssen die Tramschienen Richtung Kirche verschoben werden. Deshalb – und um den Vorplatz der Kirche besser zugänglich zu machen – müssten die Bäume und Rabatte entfernt werden. Doch Hackh beruhigt: «Es sind Neupflanzungen vorgesehen.»

Diethelm hält entgegen, dass die Menschen zwischen den Kirschbäumen problemlos zirkulieren könnten, wenn die Blumenrabatte entfernt seien. Die rund 45-jährigen Bäume könnten nicht gleichwertig ersetzt werden. Je älter sie seien, desto wertvoller seien sie als Lebensraum. «Ein Baum kann deshalb nicht wie ein Blumenstrauss einfach ausgewechselt werden.» Das Abholzen von alten Bäumen zu Gestaltungszwecken hält er für einen «unnötigen und notorischen Frevel» in der Stadt.

Trotz der Begeisterung für die Blütenpracht wird das Spektakel im nächsten Frühling das letzte Mal stattfinden. Der Umbau des Stadtraumes Stauffacher ist von Januar bis November 2017 geplant. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2015, 13:52 Uhr

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