Die dänische Trompete ist wieder aufgetaucht

Vor zwei Monaten liess Profimusiker Per Nielsen seine beste Trompete in der S-Bahn liegen, jetzt hat er sie dank der Stadtpolizei wieder.

Von der Kripo erhielt Per Nielsen gestern sein Instrument zurück. Foto: PD

Von der Kripo erhielt Per Nielsen gestern sein Instrument zurück. Foto: PD

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Der gestrige Sonntag war für den dänischen Trompeter Per Nielsen ein hektischer, aber glücklicher Tag. Nach zwei Monaten Trauer, Hoffen und Bangen konnte er seine vergoldete Lieblingstrompete wieder in Händen halten. Er besass und besitzt als Profi mit 400'000 verkauften Tonträgern viele Trompeten, aber diese Bach Stradivarius, vor sieben Jahren in den USA gekauft, ist ihm die liebste – «wie mein rechter Arm». Mit keinem Instrument hat er lieber gespielt, zum Beispiel «Hey Jude», «Tears in Heaven», «O mein Papa» oder Albinonis «Adagio» – um nur einige seiner Favoriten zu nennen.

Ausgerechnet diese Trompete vergass er im Zürcher Hauptbahnhof beim Aussteigen aus der S 9 (TA vom 3. September). Zusammen mit seiner Frau hatte er Bekannte in Bonstetten besucht. Eine sofortige Suchaktion blieb erfolglos, auch die SBB wussten nichts.

Im «Tages-Anzeiger» vom Verlust gelesen

Dass er sie jetzt wieder hat, sei mehreren glücklichen Umständen und einem «sehr, sehr angenehmen Beamten» der Stadtpolizei zu verdanken, erzählt er dem «Tages-Anzeiger» (TA) in bestem Deutsch. Das kam so: Ein Mann mit Büro im Glattal fand den verwaisten Instrumentenkoffer in der S 9 und nahm ihn mit. Drauf stand der Name, was den Finder bewog, Jörgen Perch-Nielsen anzurufen, den einzigen ähnlich klingenden Namen, den er im Raum Zürich gefunden hatte. Dieser aber vermisste kein Blasinstrument. Doch las er wenige Tage später im TA von der verlorenen Trompete, machte Per Nielsen in Dänemark ausfindig und berichtete ihm vom Anruf des Finders. Nur hatte er dessen Nummer nicht. Worauf sich der Musiker an die Stadtpolizei wandte, die nach Nielsens Worten mittels Staatsanwaltschaft und Sunrise die Telefonnummer in Erfahrung brachte.

Die Polizei rief den Finder an, dieser brachte die Trompete auf die Wache, die Polizei mailte nach Dänemark – und Per Nielsen flog nach Zürich, so rasch es ging. Den Finderlohn verteilt er auf Jörgen Perch-Nielsen und den Finder. Heute ist die Trompete schon wieder im Einsatz: Proben zu «La Bohème».

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.10.2014, 20:19 Uhr

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