Die ewig Verschmähte hat es geschafft

Die FDP nominiert Carmen Walker Späh als Regierungsratskandidatin.

Beat Walti, Präsident der FDP Kanton Zürich, gratuliert Carmen Walker Späh zu ihrer Nomination. Foto: Keystone

Beat Walti, Präsident der FDP Kanton Zürich, gratuliert Carmen Walker Späh zu ihrer Nomination. Foto: Keystone

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Riesige Überraschung bei der FDP: Nicht die Kronfavoritin Beatrix Frey-Eigenmann, die umgängliche Staatswissenschaftlerin und Meilemer Finanzvorsteherin, hats geschafft. Sondern die unbequeme und profilierte Baujuristin Carmen Walker Späh aus Zürich.

Beim Entscheid hat offenbar eine Rolle gespielt, das Walker Späh parteiintern schon viele Wahlen verloren hatte. Vor allem die Nichtberücksichtigung für den Zürcher Stadtrat hat sie geschmerzt. Ihr wurde damals der unbekannte Marco Camin vorgezogen – der den Sitz prompt verlor.

Bei der Nomination von Walker Späh mögen ihr die einen oder anderen aus Mitleid eine Stimme gegeben haben. Vor allem aber hat den Delegierten der enorme Einsatz imponiert, den sie seit 15 Jahren für die Partei zeigt. Sie war Verfassungsrätin, und sie hat die meisten baujuristischen und -technischen Vorstösse der letzten Jahre geprägt – zum Beispiel den geplanten Rosengartentunnel. Sie ist so etwas wie die bürgerliche juristische Gegenstimme zu den Tendenzen der links-grünen Stadtregierung, den Autoverkehr möglichst aus der Stadt fernzuhalten.

Verblüffend die Parallelen zur SP-Nomination: Auch da hat mit Jacqueline Fehr eine Frau mit Ecken und Kanten gewonnen und nicht die pflegeleichteste und geschmeidigste. Sowohl Fehr als auch Walker Späh standen am Ende ihrer Karrieren und haben die letzte Chance gepackt. In die gleiche Kategorie passt auch die CVP-Kandidatin Silvia Steiner, die unnachgiebige Staatsanwältin und Jägerin von Menschenschleppern.

Erstellt: 02.10.2014, 23:44 Uhr

Ruedi Baumann, Redaktor Zürich.

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