Die «hängenden Gärten» von Wipkingen

Beim Wipkingerplatz entsteht ein Neubau mit 30 Wohnungen und viel Platz fürs Gewerbe. Und alles mit grosszügigem Blick auf die Limmat.

Die idyllische Lage an der Limmat soll mit der Überbauung aufgewertet werden: Visualisierung des Neubaus

Die idyllische Lage an der Limmat soll mit der Überbauung aufgewertet werden: Visualisierung des Neubaus Bild: Emi Architekten 2012

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Im Dreieck zwischen Hönggerstrasse, Limmat und Hardbrücke wird auf Vielfalt gesetzt. Die geplante Überbauung der Speich Copy Print AG lässt Raum für verschiedene Arbeits- und Lebensmodelle entstehen. Heute Montag wird das Projekt ausgesteckt. Für rund 30 Wohneinheiten bietet die Überbauung Platz – von Wohngemeinschaften bis Wohnateliers mit eigenem Gartenzugang. 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen in den Obergeschossen und grosszügige Attikawohnungen im Dachgeschoss kommen dazu. Die Mietpreise sind noch nicht definiert.

Auf der Limmatseite dominieren «hängende Gärten». Auf dem angrenzenden Kloster-Fahr-Weg werden Sitzbänke aufgestellt. Im Quartier ist man zufrieden. Die Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Wipkingen sei vorbildlich verlaufen, sagt dessen Präsident Beni Weder. «Man ist auf viele Wünsche aus dem Quartier eingegangen.» Aus seiner Sicht bringe die Überbauung die längst überfällige Aufwertung des Wipkingerplatzes, einst «das Tor zu Wipkingen genannt, 1969 jedoch durch die Westtangente verbaut», so Weder. Nun sei die Stadt am Zug. Schon lange habe sie versprochen, den Wipkingerplatz aufzuwerten. Von diesem Versprechen sei aber wenig übrig geblieben. So wie es aussieht, beschränkt sich die Stadt lediglich auf die Erneuerung der Tramgleise. Die Neugestaltung des Platzes wurde hinausgeschoben und an das Projekt «Rosengartentram» gekoppelt, welches erst im Jahr 2025 ein Thema sein wird, wenn überhaupt. «Dies bedauern wir ausserordentlich», sagt QV-Präsident Beni Weder. «Private investieren – die Stadt lässt vergammeln», kritisiert Weder.

Belebung des Wipkingerplatzes

Bauherrin Speich hatte zwischen 2010 und 2011 in Zusammenarbeit mit der Stadt einen Architekturwettbewerb unter neun Architekturbüros durchgeführt. Das Rennen machte das junge Architekturbüro Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten. Der neue Blockrandbau wird direkt an die Liegenschaft Hönggerstrasse 43 angebaut, in der sich die Pizzeria Mediterraneo befindet. Dort entsteht auch ein direkter Zugang zur Limmat für alle. Die alten Wohnhäuser werden abgerissen. Im neuen Gebäudekopf am Wipkingerplatz, wo das Druckereigebäude Speich steht, sind Büroräume für kleinere Firmen, Praxen und Ateliers vorgesehen. Einen Teil der Gewerbefläche will das Druckunternehmen wieder für ihren Filialbetrieb nutzen.

Ein Blockrandbau gegen die Hönggerstrasse und grosszügiges Grün mit «hängenden Gärten» am Flussufer sollen den Charakter des Quartiers nicht verändern. Den Architekten sei es gelungen, einen markanten Abschluss zum Wipkingerplatz zu finden und dabei Rücksicht auf die unter Denkmalschutz stehenden Röschibachhäuser am Flussufer zu nehmen, sagt Bauherrin Speich. Die ockerfarbene Fassade aus Keramik passe gut zu den quartiertypischen Backsteinbauten. Das leicht glänzende Material hebe durch Lichtreflexionen die Schwere des Baukörpers auf. Mit der Planung des Neubaus hat Speich bei der Stadt einen neuen öffentlichen Weg vom Wipkingerplatz zur Limmat angestossen, der nun auch behindertengerecht gestaltet wird. Im Quartier wächst derweil die Hoffnung, dass mit der Überbauung wieder mehr Leben rund um den Wipkingerplatz entstehe. Dazu leiste die Überbauung des Speich-Areals einen wesentlichen Beitrag. Beni Weder: «Daran kann sich die Stadt ein Beispiel nehmen.»

Erstellt: 19.03.2012, 10:57 Uhr

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