Doppelspurigkeit bei Mobilfunk-Antennen vermeiden

Der Gemeinderat wünscht, dass die Stadt Zürich beim Kanton eine bessere Planung von Handy-Antennen verlangt.

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Der Beschlussesantrag kam von Ueli Nagel (Grüne) und Richard Rabelbauer (EVP). Sie wünschten, dass die Stadt Zürich mit einer Behördeninitiative zum Thema Mobilfunkantennen beim Kanton vorstellig werde. Der Kanton solle mit den Mobilfunkanbietern ein Kooperationsmodell ausarbeiten, damit Sendeantennen so emissionsarm wie möglich gebaut würden. Die SP schlug einen leicht veränderten Text und den Zusatz vor, wonach «Parallelinfrastrukturen zu vermeiden» seien. Nicht jeder Mobilfunkbetreiber müsse das Siedlungsgebiet mit einer eigenen Sendeantenne bestrahlen. Schliesslich habe man in der Schweiz auch nicht drei verschiedene Autobahnnetze nebeneinander gebaut, sagte Balthasar Glättli (Grüne) und nannte als positives Beispiel, dass die Stadt in der Glasfasertechnologie selbst ein Netz für alle Anbieter erstelle.

Ja zur Technik sagten beide Seiten

Die SVP und auch die FDP bezeichneten den Vorstoss als technologie- und fortschrittsfeindlich. Es handle sich nur um einen weiteren Schritt in der grünen Salamitaktik, meinte Mauro Tuena (SVP), und er wagte die Prophezeiung, dass dieser Antrag scheitern werde. Roger Tognella (FDP) sagte, der Bund habe eine Norm für die Mobilfunkstrahlung geschaffen, da müsse der Kanton Zürich nicht seine eigenen Regeln aufstellen. Mit dem Vorstoss würden die Persönlichkeitsrechte der Telefonbenutzer eingeschränkt.

Dem entgegnete Richard Rabelbauer, dass viele Leute in allen Quartieren von Zürich beunruhigt seien über immer neue Funkantennen. Die Technologie schreite so rasch voran, dass es noch keine Langzeitstudien über die Auswirkungen ihrer Strahlung geben könne. In dieser Situation sei es vernünftig, die Strahlenbelastung so tief als möglich zu halten – und trotzdem von der Mobiltelefonie und dem drahtlosen Internetzugang zu profitieren.

Auch der von der Ratsrechten als Fundamentalist attackierte Grüne Nagel bekannte, dass er sehr wohl den drahtlosen Internetzugang nutze. Und sein persönlicher Verzicht auf ein Mobiltelefon entspringe nicht Ängsten vor dieser Technologie, sondern habe «soziale Gründe»: Er wolle einfach nicht für jedermann und zu jeder Zeit erreichbar sein.

Der Beschlussesantrag fand anschliessend die klare Zustimmung von 70 Ratsmitgliedern (SP, Grüne, CVP, EVP und AL). Dagegen waren 44 Vertreter von SVP, FDP, SD und PFZ. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.08.2008, 22:13 Uhr

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