«Drohnen unter 500 Gramm sind Spielzeuge»

Zürich verschärft die Bestimmungen für den Einsatz von Mini-Drohnen und Multikoptern Die Stadtpolizei sagt, was noch erlaubt ist.

Umstritten: Multikopter im Anflug.

Umstritten: Multikopter im Anflug. Bild: Keystone

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In der Stadt Zürich ist der Einsatz von Drohnen und Multikoptern über öffentlichem Grund verboten. Viele Besitzer dieser fliegenden Objekte wissen nichts von den rechtlichen Bestimmungen für deren Einsatz. Die Stadt hat die Vorschriften betreffend Drohnen Anfang August verschärft. Tagesanzeiger.ch/Newsnet fragte bei Marco Cortesi, dem Pressechef der Zürcher Stadtpolizei, nach.

Darf man seine eigene Hochzeit nicht mehr mit einer Drohne filmen?
Die eigene Hochzeit darf man filmen, wenn man den Grundstücksbesitzer, in diesem Fall den Kirchenverantwortlichen, vorher fragt. Und die nötige Vorsicht walten lässt und die Drohne nicht über die Köpfe der Gästeschar fliegen lässt.

Muss der Vater, der seinem Sohn jetzt bereits eine Drohne beim Grossverteiler gekauft hat, diese wieder zurückgeben?
Drohnen, die man beim Grossverteiler kauft, sind Spielzeuge und wiegen in der Regel nicht über 500 Gramm, fallen also nicht unter die Bestimmungen des Bazl.

Wann und wo genau braucht es spezielle Bewilligungen?
Sobald ein Fluggerät mehr als 500 Gramm wiegt, muss sich der Besitzende an die Bestimmungen halten. Sie darf also nicht über bebautes Gebiet fliegen, und ganz Zürich gilt als bebaut. Dazu kommen auch noch die Bestimmungen des Persönlichkeits- und des Datenschutzes. Zudem müssen die Bestimmungen des Bazl eingehalten werden. (siehe Merkblatt).

Wie viele Verzeigungen gab es seither?
Wir mussten bisher jemanden ans Stadtrichteramt verzeigen, der mit einer Drohne den Hafenkran gefilmt hatte. Und im Moment klären wir ab, wieso eine Drohne vor ein paar Wochen abgestürzt ist.

Wie gefährlich sind Drohnen?
Bis jetzt gab es glücklicherweise noch keine Verletzten. Wenn man aber bedenkt, dass eine Drohne schnell einmal zwei und mehr Kilo wiegt, dann kann das verheerende Folgen haben. Wenn sie zum Beispiel jemandem auf den Kopf fällt oder ein Fahrzeug trifft.

Wo in Zürich ist das Fliegenlassen noch erlaubt?
Eigentlich nur auf der Allmend. Sofern das Gerät über 500 Gramm wiegt.

Gilt eine Höhenbeschränkung?
Das fliegende Objekt muss immer in Sichtkontakt zum Piloten bleiben und darf nicht höher als 150 Meter über Grund fliegen. Im Uetlibergwald zum Beispiel geht das nicht. Zudem braucht es eine Haftpflichtversicherung.

Müssen Polizisten Drohnen-Flieger in flagranti ertappen, um sie zu büssen?
Ja, wir müssen sehen, wer die Drohne fliegen lässt.

Mit welchen Strafen muss man beim unerlaubten Fliegenlassen rechnen?
Die Anzeige geht ans Stadtrichteramt. Es hat die Kompetenz, Bussen bis zu 500 Franken auszusprechen.

Welche Personen und Institutionen haben bereits um eine Bewilligung ersucht?
Aus Datenschutzgründen darf ich das nicht sagen.

Erstellt: 08.12.2014, 16:54 Uhr

Marco Cortesi (Bild: PD)

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