Ein Hallenbad für Zürichs Trendquartier

Die Stadt hat ihre Pläne für das Josef-Areal im Kreis 5 präsentiert.

Wenn der Ofen aus ist, kommt das Hallenbad: Auf dem Areal des Kehrichtheizkraftwerks (KHKW) Josefstrasse wird Platz frei.

Wenn der Ofen aus ist, kommt das Hallenbad: Auf dem Areal des Kehrichtheizkraftwerks (KHKW) Josefstrasse wird Platz frei. Bild: Keystone

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Die Stadt Zürich plant eine grosse Überbauung mit Alterswohnungen und einem Pflegezentrum auf dem Josef-Areal. Dies hat Stadtrat André Odermatt (SP) gestern Dienstagabend an einer Quartierveranstaltung bekannt gegeben.

An der Stelle, wo heute das Kehrichtheizkraftwerk (KHKW) Josefstrasse steht, wird eine nutzbare Parzelle von 20'000 Quadratmetern frei. Das in die Jahre gekommene Kraftwerk soll 2021 stillgelegt und zu einem grossen Teil abgerissen werden.

Wohnungen wird es keine geben

Die freiwerdende Fläche mitten im boomenden Zürich-West will gut genutzt sein, deshalb haben Gemeinderäte der Stadtkreise 4 und 5 bereits 2011 den Vorsteher des Hochbaudepartements in einem Schreiben nach möglichen Nutzungsformen gefragt – und gleichzeitig ihre Ideen eingebracht. Neben preisgünstigen Wohnungen und Räumen für das Kleingewerbe wurde der Bau eines Gemeinschaftszentrums auf der Parzelle vorgeschlagen.

Das Josef-Areal: Orange eingezeichnet die Parzelle mit der Zentralwäscherei und dem Kehrichtheizkraftwerk

Da das Areal allerdings als «Zone für öffentliche Bauten» definiert ist, sind dort ausschliesslich Nutzungen zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben zulässig. Die Anregung, auf dem Josef-Areal ein Hallenbad und einen Park einzurichten, kann Odermatt jedoch aufnehmen. Und dem Bedürfnis nach Alterswohnraum und einem Pflegezentrum im Quartier kommt der Stadtrat ebenfalls nach. Ein Gemeinschaftszentrum setzt die Stadt bereits auf dem nahegelegenen Schütze-Areal um.

Quartier wird in Planung einbezogen

Noch hat die Testplanung für das Areal, bei dem die Vorgaben für den späteren Architekturwettbewerb ausgearbeitet werden, nicht begonnen. Das Hochbaudepartement will Vertreter des Quartiers in die Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts einbeziehen. Auch bei der Planung des Freiraums will die Stadt Quartiervertreter involvieren. Termine stehen allerdings noch nicht fest.


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Etwas konkreter sind die Pläne für eine Zwischennutzung der Zentralwäscherei ZWZ, die ebenfalls 2021 abgerissen werden soll (siehe Box). Dafür hat der Stadtrat eine Auflösung ihres Baurechtsvertrags auf Ende 2018 beantragt. Stimmt der Gemeinderat zu, können die Raumbörse und das Sportamt die Liegenschaft während fünf Jahren nutzen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.08.2018, 10:10 Uhr

Zentralwäscherei

Prestige-Projekt der Stadt Zürich

Die Frage nach einem persönlichen Unort beantwortete Finanzvorsteher Daniel Leupi im Stadtratswahlkampf mit der Zentralwäscherei (ZWZ) bei der Hardbrücke. Es sei ein Ort mit grossem Entwicklungspotenzial: «Die Raumbörse wird das Areal an Kleine, Kreative und Innovative vermieten. Das wird das ganze Areal beleben.» Damit drehte Leupi den Spiess um. Statt einen negativen Ort in Zürich zu wählen, zeigte er, wie fortschrittlich die Stadt sein will.

Nur mit jungen Kreativen plant die Stadt bei der Wäscherei, die 2019 nach Regensdorf ziehen wird, aber nicht. Zuerst einmal fragte das Finanzdepartement, das mit der ZWZ einen Baurechtsvertrag abgeschlossen hat, die anderen Departemente nach ihren Raumbedürfnissen. Recherchen zufolge kündigten mehrere ihr Interesse an: Das Sportamt etwa wollte Hallen für niederschwellige Sportangebote. Auch die Stiftung Blue Lion soll in der Zentralwäscherei günstige Räumlichkeiten erhalten. Die Start-up-Fabrik wird neben der Swisscom und der Zürcher Kantonalbank auch von der Stadt Zürich getragen. Momentan ist die Stiftung in der städtischen Zwischennutzung eines ehemaligen Gebäudes der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) am Sihlquai untergebracht. Diese Zwischennutzung dauert noch bis mindestens 2020.

Diese Recherchen will das Finanzdepartement auf Anfrage nicht bestätigen. «Die geplante Zwischennutzung ist Gegenstand eines Stadtratsgeschäfts, das aber noch nicht verabschiedet wurde», sagt Sprecher Patrick Pons. Nach den Sommerferien will der Stadtrat eine Weisung vorlegen. Pons bestätigt aber, dass die Raumbörse der Sozialen Dienste der Stadt Zürich grosse Flächen des 6000 Quadratmeter grossen Areals vermieten wird. Man strebe einen breiten Nutzungsmix an, und das Areal soll sich für das Quartier öffnen und zu einem Treffpunkt werden. Angestrebt ist eine Zwischennutzung bis 2025. Was dann auf dem Areal entsteht, ist noch nicht bestimmt. (zac)

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