«Ein Nein zur Gewalt gegen Frauen ist ein Ja zu den Menschenrechten»

Demonstration in Zürich: Mehrere Hundert Personen beteiligten sich am Auftakt zur «16 Tage»-Kampagne.

Frauendemo auf dem Helvetiaplatz. (23. November 2018) Bild: Sabina Bobst

Frauendemo auf dem Helvetiaplatz. (23. November 2018) Bild: Sabina Bobst

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Unter dem Motto «Gemeinsam für eine Welt ohne Gewalt gegen Frauen» haben Vertreterinnen von Frauenhäusern, Beratungsstellen und NGOs am Freitagabend auf dem Helvetiaplatz die diesjährige Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» eingeläutet.

In den diversen Reden kam immer wieder die Istanbul-Konvention des Europarates zur Sprache, die am 1. April 2018 in Kraft gesetzt wurde. Die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt dürfe kein Papiertiger bleiben.

Susan A. Peter, Geschäftsführerin des Frauenhauses Zürich, kritisierte, es gebe nach wie vor kein gesamtschweizerisches Konzept zur Umsetzung der Konvention. Sie forderte unter anderem betriebsgesicherte, nicht von Spenden abhängige Frauenhäuser in allen Kantonen mit genügend Plätzen. In den 16 bestehenden Frauenhäusern der Schweiz hätten Frauen und Kinder während 74'000 Nächten Schutz vor Gewalt gesucht.

Bis zum 10. Dezember finden in der ganzen deutschsprachigen Schweiz rund 50 Veranstaltungen statt, davon 15 allein in der Stadt Zürich. Die gesamtschweizerische Kampagne, an der sich rund 80 Frauen- und Menschenrechtsorganisationen beteiligen, steht unter dem Motto «Männlichkeitsvorstellungen und Gewalt». In Zusammenarbeit mit Männerorganisationen will die Kampagne einen Dialog zu Männlichkeit schaffen. Denn Männer seien nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung, wie Kampagnenleiterin Christina Klausener auf dem Helvetiaplatz sagte.

Seit 2008 jedes Jahr

Die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» war 1991 vom Womens' Global Leadership Institute ins Leben gerufen worden. In der Schweiz lancierte die feministische Friedensorganisation CFD im Jahr 2008 erstmals die Kampagne, die jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. Ging es bei der ersten Durchführung um «Strukturelle Gewalt» standen die letztjährigen Aktionstage unter dem Motto «Gewalt an Mädchen und jungen Frauen».

Dass die Kampagne offiziell jeweils am 25. November des Jahres beginnt und 16 Tage bis zum 10. Dezember dauert, ist kein Zufall. Die Verbindung beider Daten soll darauf hinweisen, dass Frauenrechte Menschenrechte sind: Am 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der 10. Dezember ist der internationale Tag der Menschenrechte.

(thas)

Erstellt: 23.11.2018, 22:05 Uhr

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