Eine Einladung für Velodiebe

Die abschliessbaren Veloparkplätze der Stadt Zürich sind nur ungenügend gegen Einbruch gesichert. Die Stadt hat das Problem erkannt, tut sich aber mit dessen Lösung schwer.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Jedes Jahr werden in Zürich rund 3000 Fahrräder gestohlen. Besonders viele kommen an Bahnhöfen weg. Um Velobesitzern mehr Sicherheit zu bieten, vermietet die Stadt Zürich seit einigen Jahren an verschiedenen Stadtbahnhöfen für 100 Franken pro Jahr abschliessbare Veloparkplätze. Unter dem Titel «Schutz vor Langfingern» bewirbt Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) das Angebot auf seiner Website.

Doch jetzt zeigt sich: Die Veloboxen der Stadt sind weit weniger sicher als angenommen. «Es ist sehr einfach, die Türen aufzumachen», schreibt eine Mieterin bereits im September auf Zueriwieneu.ch, einer Website der Stadt Zürich, auf der Stadtbewohner auf Infrastrukturmängel hinweisen können. Die Meldung bezieht sich auf die fünf Veloboxen, die neben dem Bahnhof Altstetten stehen. Wie die Mieterin schreibt, lässt sich der Türknopf auf der Innenseite der Tür leicht mit der Hand von aussen erreichen und drehen.

Weil die Mieter jedoch ihre Fahrräder in Sicherheit wähnen, sind manche Velos gar nicht abgeschlossen. Dies zeigt ein Augenschein vor Ort.

Möglicherweise weitere betroffene Veloparkplätze

In ihrer Antwort auf die Meldung der Mieterin verspricht die Stadt Zürich, den Mangel umgehend an das ERZ weiterzuleiten. Die Recherchen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigen jedoch, dass die Veloparkplätze am Bahnhof Altstetten nach wie vor ungenügend gesichert sind. Zwar ist bei vier der fünf Boxen ein Metallring rund um den Türgriff angebracht, der das Öffnen von aussen erschweren soll. Mit etwas Fingerspitzengefühl klappt es trotzdem.

Auf Anfrage teilte das ERZ letzten Freitag mit, das Problem sei erkannt und bereits behoben worden. Ob die Metallringe die «Lösung» des Problems darstellen, konnte Mediensprecherin Meta Filli aber nicht sagen. Nachträglich erklärte sie, die Metallringe seien keineswegs eine fehlgeschlagene erste Sofortmassnahme auf die Meldung vom 25. September. Wann sie angebracht wurden und weshalb nur 4 von 5 Boxen diesen Schutz aufweisen, bleibt unklar.

Behebung bis Dienstagabend angekündigt

Heute Dienstag teilt nun das ERZ mit, die Türen der Veloboxen in Altstetten würden bis heute Abend mit Blenden ausgerüstet, die ein Öffnen von Hand verhinderten. Wie diese Blenden aussehen und funktionieren, ist indessen nicht in Erfahrung zu bringen. Bis Ende Woche werde zudem abgeklärt, ob auch Veloparkplätze an anderen Standorten vom gleichen Mangel betroffen sind. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.10.2014, 12:47 Uhr

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

TA Marktplatz

Kommentare

Die Welt in Bildern

Wintereinbruch: Schafe grasen im Schnee nahe Loch Tay Perthshire, Schottland, Grossbritannien (10. Dezember 2017).
(Bild: Russel Cheyne) Mehr...