Eklat bei den Taxifahrern

Der fünfköpfige Vorstand der Taxi-Sektion Zürich hat sich nicht mehr ­wiederwählen lassen.

«Mafiöse Zustände»: Der Vorstand der Zürcher Taxi-Sektion hat genug.

«Mafiöse Zustände»: Der Vorstand der Zürcher Taxi-Sektion hat genug.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Vorstand der Taxi-Sektion Zürich will nicht mehr. Schuld seien Uber, Politik, Streit unter den Fahrern und «mafiöse Zustände» in der Taxikommission, zitiert der «Blick» die Mediensprecherin und Vizepräsidentin Dolores Zanini. Mit Taxifahren verdiene man in Zürich kein Geld mehr. Viele Fahrer hätten Ende Monat weniger, als sie vom Sozialamt erhalten würden. Die 60-jährige Zanini gibt zudem ihren Rücktritt aus Taxikommission und Dachverband.

Der Entscheid ist an der General­versammlung vom Sonntag gefallen, wie Zanini gegenüber dem TA sagt. Der neue Vorstand wird an einer zweiten, ausserordentlichen Generalversammlung gewählt. Der Termin ist noch offen. Die Taxi-Sektion Zürich umfasst laut Zanini rund 500 Mitglieder und ist der grösste Taxiverband der Schweiz. Mitglieder sind vor allem freie Taxihalter, aber auch solche, die an einer Zentrale angeschlossen sind.

«Moderne Sklaventreiberei»

Zanini begründet ihren Rücktritt damit, dass der Stadtrat und die Politiker nicht mehr hinter den Stadt-Taxis stehen würden. Es gebe in der Stadt 245 Standplätze, aber fast 1600 Taxis. Laut Gesetz sollte es ein Standplatz auf drei Taxis sein. Zanini. «Was die Stadt Zürich mit den Taxichauffeuren macht, ist moderne Sklaventreiberei.»

Zusätzlich würden rund 400 Landtaxis regelmässig in der Stadt fahren, und die Polizei schaue nur zu. «Stattdessen kontrollieren sie uns Stadttaxis und verhängen kleinliche Bussen. Toleranz gleich null.» Zanini kritisiert im «Blick» auch das illoyale Verhalten mancher Kollegen. Am Hauptbahnhof würden sich manche gegenseitig Platz verschaffen. Andere verweigerten Kurzstrecken. Zudem würden viele Fahrer heimlich für Uber arbeiten.

Ihre Zukunft sieht Zanini pessimistisch: «Wenn ich könnte, würde ich den Beruf sofort aufgeben. Doch leider muss ich durchbeissen, da ich in meinem Alter keinen Job mehr finde und auch nicht aufs RAV gehen kann.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.02.2015, 20:41 Uhr

Artikel zum Thema

Das Taxi, das fast nie fährt

Der neue Fahrdienst Uber Pop ist komfortabel und günstig. Bloss findet sich selten jemand, der einen mitnimmt. Und die, die es doch tun, handeln zum Teil illegal. Mehr...

Taxi-Fahrgast stirbt nach Unfall

Eine Seniorin erlitt bei einer Kollision bei Wallisellen schwere Verletzungen. Sie verstarb im Spital. Mehr...

Ausländische Taxis dürfen wieder an den Flughafen

Das Urteil des Verwaltungsgerichts zu den Taxi-Regeln ist rechtskräftig. Ein Ende des Streits ist dennoch nicht in Sicht. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Blogs

Mamablog Zu cool für Spielzeug

Geldblog So kommen Sie zu Ihren Retrozessionen

Die Welt in Bildern

Leuchtende Präsidentengattinnen: Melandia Trump und Akie Abe besuchen zusammen das Museum der digitalen Künste in Tokyo (26. Mai 2019).
(Bild: Koji Sasahara) Mehr...