Emir von Katar wollte zu hoch bauen

Die Stadt Zürich hat einen Baustopp des Luxushotels Atlantis verfügt. Die Bauherrschaft hat sich nicht an die Vorgaben gehalten.

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Seit Juli 2013 wird das Hotel Atlantis am Fuss des Uetlibergs in ein Fünfsternhaus umgebaut. Doch das Ganze läuft nicht ohne Misstöne ab. Wie der «Blick» heute Dienstag schreibt, habe sich der neue Besitzer der Liegenschaft, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, nicht an die Baubewilligung gehalten.

Die Attikawohnung auf dem Dach des Hauses ist gemäss «Blick» zwei bis drei Meter zu hoch. Matthias Wyssmann, Sprecher des Zürcher Hochbaudepartements, kann diese Angaben auf Anfrage zwar nicht bestätigen, die bewilligte Höhe sei aber deutlich überschritten worden, sagt er.

Der Spielraum ist ausgereizt

Bereits Ende Oktober 2014 verfügte die Stadt Zürich deshalb einen Baustopp. Am 5. November hob sie ihn teilweise auf. Allerdings entspreche noch immer nicht alles den Vorgaben. So wurde das Flachdach des denkmalgeschützten Hauses deutlich dicker ausgebaut als ursprünglich bewilligt. Auch für die Dachaufbauten für die Gebäudetechnik lag in dieser Form keine Bewilligung vor.

Die Bauherrschaft müsse nun eine konstruktive Lösung vorschlagen, sagt Wyssmann. «Wir sind im Gespräch und optimistisch. Aber unser rechtlicher Spielraum ist ziemlich ausgereizt.»

Dachsuiten in der Kritik

Die Attikawohnung auf dem Dach des Hauses geriet bereits in einem anderen Zusammenhang in die Schlagzeilen. Im September 2013 eröffnete der Bezirksrat Zürich ein Lex-Koller-Verfahren gegen den Besitzer des neuen Luxushotels.

Es bestand der Verdacht, dass die oberste Etage des Atlantis künftig nur dem 34-jährigen Emir von Katar vorbehalten sein könnte, was gegen die Lex Koller verstossen hätte. Das Gesetz sieht vor, dass Personen mit Wohnsitz im Ausland keine Wohnung im Kanton Zürich besitzen dürfen. Ende März 2015 hat der Bezirksrat das Verfahren jedoch eingestellt, als klar wurde, dass die Suiten im Dachgeschoss grundsätzlich auch von anderen Gästen gebucht werden können.

Eröffnung auf September 2015 vertagt

Aber nicht nur die Querelen um die Dachsuiten bremsen den Umbau aus. Auch unter dem Dach rumort es. Die Gewerkschaft Unia liess am 25. Februar 2015 die Arbeiten vorübergehend einstellen. Wie sie in einem Communiqué vermeldete, seien 20 bis 30 Gipser für ein Subunternehmen zu «absoluten Dumpinglöhnen» tätig.

Die Generalunternehmerin Priora vergebe die Aufträge und stehe deshalb in der Verantwortung, wenn auf ihren Baustellen gegen die geltenden Gesamtarbeitsverträge verstossen werde. Die Firma Priora gehört dem Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel, der jüngst mit seinem geplanten 381-Meter-Turm in Vals für Schlagzeilen sorgte.

Die Neueröffnung des Atlantis musste aufgrund der verschiedenen Verfahren immer wieder verschoben werden. Ursprünglich sollte das Fünfsternhotel Ende 2014 seine Tore öffnen. Nun wird es voraussichtlich Anfang September 2015 so weit sein. (tif)

Erstellt: 07.04.2015, 10:33 Uhr

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