Ermittlungen im Fall Fehr auf 15 Personen ausgeweitet

Das Verfahren im Fall um die Putzfrau von SVP-Nationalrat Hans Fehr richtet sich gegen deutlich mehr Personen, als zunächst angenommen.

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Die polizeilichen Ermittlungen im Fall der Asylsuchenden aus Kosovo, die illegal für SVP-Nationalrat Hans Fehr und dessen Frau gearbeitet hat, sind abgeschlossen. «Das Verfahren ist diese Woche von der Polizei an die Staatsanwaltschaft Winterthur-Unterland übergegangen», sagt Corinne Bouvard von der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft der «NZZ am Sonntag».

«Das Verfahren richtet sich gegen fünfzehn Personen.» Ursprünglich war von etwa einem halben Dutzend Beschuldigter die Rede gewesen. Bei den fünfzehn Beschuldigten handelt es sich einerseits um die 32-jährige Asylsuchende, die zwischen 2011 und 2013 als Putzfrau in mehreren Haushalten im Städtchen Eglisau (ZH) gearbeitet hatte. Andererseits zählen vierzehn Arbeitgeber dazu.

Frage der Zuständigkeit

Unter ihnen befinden sich SVP-Nationalrat Hans Fehr, dessen Frau Ursula Fehr, die ebenfalls SVP-Mitglied ist, den Eglisauer Gemeinderat präsidiert und Laienrichterin am Bezirksgericht Bülach ist, sowie Rainer Hohler (SP), der Bülacher Gerichtspräsident ist.

Zurzeit kläre die Staatsanwaltschaft die Frage der Zuständigkeit ab, sagt Sprecherin Corinne Bouvard weiter. Das ist nötig, weil Eglisau im Bezirk Bülach liegt und der Fall später vor das dortige Bezirksgericht kommen könnte, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Wie erwähnt, sind dort Ursula Fehr und Rainer Hohler tätig. (ajk)

Erstellt: 05.04.2014, 23:38 Uhr

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