Erster Härtetest für das Hallenbad City

Die Schwimmbecken werden kommende Woche einem entscheidenden Bewährungstest unterzogen. Ist die Sanierung im Hallenbad City abgeschlossen, geht es an die Erneuerung des Hallenbads Oerlikon.

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Seit Mai 2010 wird das Zürcher Hallenbad City saniert. Tausende Schwimmerinnen und Schwimmer warten sehnlichst darauf, dort im nächsten Sommer wieder ihre Bahnen ziehen zu können. Kommende Woche wird ein weiterer wichtiger Schritt zur Fertigstellung des beliebten Bades unternommen. Dann findet eine Prüffüllung der Schwimmbecken statt.

«Dies ist ein entscheidender Bewährungstest und eine wichtige Qualitätsprüfung», erklärt Marianne Voss, Mediensprecherin des Hochbaudepartements der Stadt Zürich. Es werde gemessen, ob der Belag dicht sei. «Die Platten im Becken sind noch nicht angebracht. Würde man erst nach der Befestigung der Platten undichte Stellen feststellen, wäre das Flicken sehr aufwendig. Daher testet man den Belag vorher.» Auch Hermann Schumacher, Abteilungsleiter Badeanlagen Sportamt Stadt Zürich, blickt dem Test mit Spannung entgegen: «Die Schwimmbecken müssen halten. Sie müssen schliesslich einige Tonnen Gewicht auffangen.»

«Grosse Unbekannte» Plattenbelag

Momentan verlaufen die Arbeiten am Hallenbad nach Plan. Die Glasdecke ist bereits fertig erstellt, das Gerüst an der Fassade wurde entfernt. Gegenwärtig wird im Innern noch an den Plattenbelägen für die Wärmebänke gearbeitet. Auf einen exakten Eröffnungstermin konnten sich die Verantwortlichen der Stadt trotzdem noch nicht festlegen.

Die Dichte des Plattenbelags in den Schwimmbecken sei laut Schumacher nebst anderem «eine grosse Unbekannte» auf dem Weg zur Fertigstellung des Bades. «Wir haben natürlich ein grosses Interesse daran, dass das City-Hallenbad den Betrieb so bald wie möglich wieder aufnehmen kann. Es geht hier schliesslich auch um wirtschaftliche Aspekte», betont Schumacher. So können unter anderem mit einem zusätzlichen Becken die Kapazitäten im neuen City-Hallenbad aufgestockt werden.

90 Prozent bleiben den städtischen Bädern treu

Bevor das Bad aufmachen kann, muss auch das neue Team ausgebildet werden. «Wir versuchen, diese Schulung so zu organisieren, dass die jetzigen erweiterten Öffnungszeiten in den übrigen Zürcher Hallenbädern weiter bestehen bleiben», erklärt Schumacher. «Das ist angesichts der Tatsache, dass wir bereits jetzt personell am Limit sind, eine grosse Herausforderung.»

Seit dem Start der Bauarbeiten am Hallenbad City sind die meisten Schwimmerinnen und Schwimmer ins Hallenbad Oerlikon ausgewichen, wo die Öffnungszeiten extra auf 6 bis 23 Uhr ausgeweitet wurden. Dort habe man laut Schumacher seit Beginn des Umbaus im Hallenbad City einen Gästeanstieg von 40 Prozent verzeichnet. Auch im Hallenbad Bläsi und im Wärmebad Käferberg wurden rund 30 Prozent mehr Besucher registriert. Weitere Gäste sind nach Altstetten und Leimbach ausgewichen. «Wir konnten somit gegen 90 Prozent der Badegäste aus dem City-Hallenbad – immerhin rund 1200 pro Tag – mit dem Angebot in unseren städtischen Bädern auffangen», so Schumacher.

Hallenbad und Kunsteisbahn verbinden?

Ist das City-Hallenbad erst mal eröffnet, folgt schon das nächste Bauprojekt: Das Hallenbad Oerlikon soll bis 2017/18 erneuert werden. «Dieses Projekt wird noch grösser sein, weil wir gleichzeitig prüfen, ob wir das Hallenbad mit der Kunsteisbahn zusammenlegen sollen. Dadurch könnten wir erhebliche Einsparungen in den Betriebskosten bewirken», erklärt Schumacher. «Das Ganze muss jedoch sowohl für die Gäste als auch für den Betrieb Sinn machen.»

Bevor das Hallenbad Oerlikon erneuert werden kann, gibt es aber noch viele politischen und baurechtlichen Hürden zu nehmen – und das Bauprojekt muss erst noch erarbeitet werden. Ein Architekturwettbewerb fand noch nicht statt.

Erstellt: 02.12.2011, 12:08 Uhr

Die Geschichte des Bades

Hallenbad City

Hallenbad City Impressionen von früher bis heute.

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