Ex-Swissair-Chef Honegger wandert aus

In der Schweiz sei es ihm in den letzten Jahren zu eng geworden. Deshalb zieht es den ehemaligen Swissair-Manager nun ins österreichische Burgenland – als Gästehausbetreiber.

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Bundesratssohn und Alt-Regierungsrat Eric Honegger (FDP) kehrt der Schweiz den Rücken. Seinen Freiwilligen-Job als Tixi-Taxi-Fahrer hat er bereits aufgegeben. Ende Jahr zieht der 66-Jährige mit seiner Frau Helga Stähli nach Gerersdorf ins Burgenland, 45 Minuten von Graz entfernt.

Dort haben die beiden ein klosterähnliches Bauerngut gekauft, wie die «Limmattaler Zeitung» gestern berichtete. Das 100-jährige Anwesen wird zurzeit saniert, im März eröffnen die beiden den Arkadenhof als Gästehaus mit drei Ferienwohnungen.

«Die Schweiz ist mir zu eng geworden»

«Die Schweiz ist mir in den letzten Jahren zu eng geworden», sagt Honegger. Die Schweizer seien überheblich geworden. «Wir beschäftigen uns vor allem mit uns selbst, statt unsere Stellung in der Welt zu bedenken.» Da seine Frau, eine Kunstmalerin, aus Graz stammt, hätten sie im Burgenland einen alten Hof gesucht und erst nach dem Kauf gemerkt, dass er für sie beide allein viel zu gross ist.

Honegger führt in Zürich seine letzte grosse Aufgabe zu Ende, den Bau des muskuloskelettalen Forschungszentrums neben dem Balgrist. «Ich werde bis 2013 je eine Woche in der Schweiz und drei Wochen im Burgenland sein.» Sein Stolz dort ist ein 60-jähriger Steyr-Traktor, mit dem der promovierte Historiker den Garten pflegt und Gäste zur Bergschenke fährt.

Abstieg ab 2001

Genug von der Schweiz hatte Honegger schon 2001, als er als Swissair-Chef eiskalt abserviert wurde und auch seine Verwaltungsratsmandate bei NZZ und UBS verlor. Das Bezirksgericht Bülach hat ihn 2007 in allen Punkten freigesprochen. Doch damals wollte Honegger noch nicht auswandern – damit es nicht so aussehe, als wolle er vor der Geschichte in der Schweiz fliehen. «Ich bin heute glücklicher als vor dieser Krise», sagte er 2011 in einem Referat an einer Psychiatrietagung zum Thema «Scheitern als persönliche Chance».

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.09.2012, 10:09 Uhr

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