FCZ-Fans wollen trotzdem nach Aarau

Am Samstag sind im Brügglifeld in Aarau keine Gästefans des FCZ zugelassen. Die Südkurve ruft dazu auf, trotzdem nach Aarau zu fahren.

Aufruf der Südkurve: Die Fans der Südkurve rufen dazu auf, zusammen nach Aarau zu fahren.

Aufruf der Südkurve: Die Fans der Südkurve rufen dazu auf, zusammen nach Aarau zu fahren. Bild: Urs Jaudas

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Es ist ein klares Statement der Zürcher Südkurve: «Wir fordern alle FCZ-Fans auf, sich von dieser repressiven Massnahme seitens der Polizei nicht abhalten zu lassen und ein Zeichen zu setzen!» Nachdem die Polizei den Gästesektor in Aarau sperren liess, wollen die Zürcher-Fans trotz der «Kollektivstrafe» den Weg nach Aarau antreten. Das teilt die Südkurve auf ihrer Website mit.

Die Fans wollen gemeinsam anreisen. Detailinformationen via Internet sollen die Anfahrt orchestrieren. Die Fans, die nach Aarau wollen, sollen sich deshalb um 14.45 Uhr nahe des Zürcher Hauptbahnhofs aufhalten, dann folgen weitere Angaben, heisst es im Aufruf der Südkurve. Die Kantonspolizei Zürich hat bisher keine Schritte deswegen geplant. Seitens der SBB gibt es keine Auskünfte bezüglich eines veränderten Sicherheitsdispositivs. Den Extrazug habe die SBB abgesagt, doch die üblichen Züge in Richtung Aarau fahren ganz normal, sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig. Zudem gelte die Transportpflicht in der Schweiz, und wer ein gültiges Ticket habe, könne die regulären Züge nach Aarau benutzen.

Kantonspolizei Aargau ist vorbereitet

Dass die Fans des FC Zürich keinen Zutritt zum Auswärtsspiel erhalten, beruht auf einem Entscheid der Kantonspolizei Aargau. Sie liess am Donnerstag verlauten, dass aufgrund akuter Sicherheitsbedenken keine Gästefans am Match vom Samstag zugelassen werden. Nur mit dieser Auflage bewilligt die Polizei das Spiel.

Die Polizei habe damit gerechnet, dass einige Fans trotzdem anreisen, sagt Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau. Die Polizei hat den Aufruf der Südkurve zur Kenntnis genommen. Verhindern könne man die Anreise nicht. «Wir sind immer noch in einem Rechtsstaat, da kann man nicht einfach die Grenzen abriegeln», sagt Pfister. Was für strategische Konsequenzen der Aufruf hat, will er nicht kommentieren. Die Polizei werde aber vorbereitet sein und keine Straftaten tolerieren. Wer sich unkorrekt verhält, müsse mit Konsequenzen rechnen.

Vorverkauf im Internet gestoppt

Die Lage des Brügglifelds erschwert die Polizeiarbeit. Das Stadion liegt mitten im Wohnquartier. Das ist aber gemäss Pfister bei jedem Spiel eine schwierige Ausgangslage. Operative Unterstützung von Poilzeikorps aus anderen Kantonen ist nicht geplant. Die Aargauer Polizei stehe aber selbstverständlich im Austausch mit den Szenekennern der Zürcher Kollegen. Dies sei immer der Fall und somit nichts Aussergewöhnliches, sagt Pfister.

Die Polizei ist für die Sicherheit ausserhalb des Stadions zuständig. Der FC Aarau muss die Auflagen erfüllen und sicherstellen, dass wirklich keine Gästefans ins Stadion gelangen. In einer Mitteilung schreibt der Verein, dass sämtliche Tickets für den Gästesektor ihre Gültigkeit verlieren. Die Fans erhalten den Eintrittspreis aber zurück, wenn sie das Ticket dort retournieren, wo sie es gekauft haben, heisst es weiter.

Damit FCZ-Fans keine Tickets in anderen Sektoren kaufen können, hat der FC Aarau den Online-Ticketverkauf sowie den Verkauf via Ticketcorner eingestellt. Zudem sind am Spieltag sämtliche Kassen geschlossen. Gemäss Website des Vereins gibt es nur vereinzelte Vorverkaufsmöglichkeiten in Aarau.

Das Bedauern der Clubs

Der FC Aarau bedauert den Ausschluss der Gästefans sehr. «Dass das Verhalten einer kleinen Minderheit gewalttätiger Fans eine solche Verfügung provozieren kann, ist eine erschreckende Tatsache», schrieb Geschäftsführer Robert Kamer in einer Mitteilung. Er bedaure den Entscheid, der «friedfertige Fans des FC Zürich und des FC Aarau kollektiv bestraft». Den FC Aarau trifft die Massnahme zudem finanziell.

Auch der FCZ drückte aus sportlichen Gründen sein Bedauern aus. Es treffe vor allem diejenigen Fans, die sich korrekt verhalten, heisst es in einer Mitteilung. (pat)

Erstellt: 24.04.2015, 12:07 Uhr

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