FCZ-Fans haben GC-Anhänger im Visier

Am Samstag sind vermummte Fans des FC Zürich auf GC-Fans losgegangen – es ist bereits der fünfte Vorfall innerhalb eines Jahres, und immer ging die Initiative von der gleichen Seite aus.

Militante FCZ-Fans haben in der Vergangenheit immer wieder GC-Fans angegriffen. (Bild Keystone)

Militante FCZ-Fans haben in der Vergangenheit immer wieder GC-Fans angegriffen. (Bild Keystone)

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Die GC-Anhänger waren am Samstagabend nach dem Spiel GC gegen YB vom Letzigrund-Stadion zum GC-Fanlokal Sächsföif an der Heinrichstrasse im Kreis 5 unterwegs, als es laut «20 Minuten» im Bereich der Viaduktbögen zu einer Massenschlägerei kam. Rund 50 bis 100 vermummte FCZ-Fans seien mit Fäusten, Stühlen, Tischen und Stangen auf die GC-Fans losgegangen. Passanten alarmierten die Stadtpolizei, welche mit einem kurzen Gummischroteinsatz reagierte. Danach machten sich die Beteiligten in alle Richtungen aus dem Staub. Meldungen über Verletzte oder Sachschäden liegen keine vor.

Ein jugendlicher GC-Fan soll Kopfverletzungen erlitten haben. Laut Judith Hödl, Sprecherin der Stadtpolizei, sind die Umstände, wie es zu den Verletzung kam, noch offen und werden untersucht. Man stelle aber fest, dass sich die Auseinandersetzungen nicht mehr bei den klassischen Derbys ereignen würden, sondern ausserhalb des Stadions.

So kam es bereits am frühen Samstagmorgen, dem 3. Juni, zu einer Massenschlägerei zwischen den beiden Fangruppen. Nur dank konsequentem Einschreiten habe man eine weitere Eskalation verhindern können, schrieb damals die Stadtpolizei. Rund hundert vermummte und aggressive GC-Fans waren vom Hauptbahnhof auf dem Neumühlequai stadtauswärts unterwegs. Sie waren zuvor mit einem Extrazug vom Auswärtsspiel in Sion zurückgekommen. Beim Jugendkulturhaus Dynamo wurden sie von Fans des FCZ angegriffen. Die Kontrahenten gingen dabei mit Fäusten und Eisenstangen aufeinander los. Die Stadtpolizei setzte Gummischrot und Tränengas ein und trennte die gewalttätigen Gruppierungen. Ein 25-jähriger GC-Fan wurde mittelschwer am Kopf verletzt.

Aus Auto gestiegen und GC-Fan verprügelt

Am 6. Mai verprügelten FCZ-Fans in Fehraltorf einen 17-jährigen GC-Fan. Der junge Mann und ein Kollege waren beim Bahnhof und befanden sich auf den Weg zum Auswärtsspiel in Vaduz. Laut Kantonspolizei stiegen aus einem Auto drei oder vier Personen aus und bedrohten die beiden. Sie nahmen dem 17-Jährigen die GC-Jacke und den Schal weg und schlugen massiv auf ihn ein. Sein Begleiter wurde mit einem Messer bedroht. Danach flohen die Angreifer mit dem Auto. Die Kantonspolizei veröffentlichte einen Zeugenaufruf und fahndet nach vier jungen Männern. Die Suche nach den Tätern ist noch offen.

Der vierte Vorfall in diesem Jahr ereignete sich am 4. Februar. FCZ-Fans hatten einen 22-jährigen GC-Fan vor dem Fanlokal Sächsföif im Kreis 5 mit einem Messer attackiert und ihn mittelschwer verletzt. Danach flohen sie. Die Stadtpolizei konnte kurze Zeit später einen 20-jährigen und einen 21-jährigen Schweizer verhaften.

Polizei rund um Stadion präsent

Nach dem Fussballspiel GC gegen den FC Thun vom 19. November 2016 im Letzigrund beobachteten Polizeipatrouillen eine Gruppe vermummter Personen, die vom Hardplatz zum Stadion gingen. Es waren Anhänger des FC Zürich, welche auf die GC-Fans losgehen wollten. Die Polizei musste die Gruppierungen mit Gummischrot und Tränengas trennen.

Ein Grund, warum es vermehrt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen abseits der Stadien kommt, könnte sein, dass die Polizei rund um die Stadien präsent ist und gewaltbereite Fans auf Nebenschauplätze ausweichen. So gerieten auch am Silvester und beim letztjährigen Züri-Fäscht rivalisierende Fussballfans von FCZ und GC aneinander, und die Polizei sprach zahlreiche Wegweisungen aus. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.07.2017, 13:05 Uhr

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