Fall Mörgeli: Datenschützer schaltet sich ein

Der Zürcher Datenschutzbeauftragte nimmt das Vorgehen der Universität unter die Lupe. Sie hatte E-Mail- und Telefondaten ihrer Mitarbeiter an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Nimmt das Vorgehen der Uni Zürich und die Menge der Daten unter die Lupe: Datenschützer Bruno Baeriswyl.

Nimmt das Vorgehen der Uni Zürich und die Menge der Daten unter die Lupe: Datenschützer Bruno Baeriswyl. Bild: Keystone

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Im Fall Mörgeli hat sich nun der Zürcher Datenschützer Bruno Baeriswyl eingeschaltet. Baeriswly wird die Übergabe der Mitarbeiterdaten der Universität Zürich an die Staatsanwaltschaft untersuchen. Wie der Zürcher Regierungsrat mitteilt, seien insbesondere der Umfang der Daten in Bezug auf die Anzahl der betroffenen Personen und die Art von Interesse. Ebenfalls überprüfen will er die Art und Weise der Weitergabe.

Mehrere Mitarbeiter der Universität Zürich haben in den letzten Wochen überraschend Kontakt mit der Staatsanwaltschaft gehabt– weil sie per E-Mail mit Journalisten in Verbindung waren, als der «Tages-Anzeiger» im Spätsommer 2012 den Fall Christoph Mörgeli recherchierte. Sie gelten als potenziell verdächtig, das Amtsgeheimnis verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Mail-Daten von der Uni erhalten.

Lange verschwieg die Uni, welche und wie viele Daten ihrer Mitarbeiter sie an die Untersuchungsbehörde weitergab. Seit gestern Mittwoch ist bekannt, dass es sich um Telefoniedaten von Anrufen an Journalisten und E-Mail-Daten an definierte Medienadressen handelte. Von einem Dutzend Mails gab die Uni zudem die Inhalte bekannt.

Erstellt: 07.11.2013, 09:44 Uhr

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